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Weser-Kurier: Zum Stadtmusikanten-Plan schreibt Jürgen Hinrichs:

Bremen (ots) - Wer hat sich das nun wieder ausgedacht, war der erste Gedanke. Die Stadtmusikanten, auf fünf Meter Höhe gestapelt und direkt vor der Bürgerschaft. Wer denkt sich so etwas aus? Schon, dass der Entwurf von Markus Lüpertz so banal ist. Da sind der Esel, der Hund, die Katze und der Hahn, viel größer als im Original von Gerhard Marcks, ein wenig schrumpelig auch und mit Farbe beworfen - aber das ist es dann auch schon. Eine Provokation, der Bruch mit dem Gewohnten? Nein, ein Witz ist das, und ein schlechter. Mehr noch, ein Irrwitz, die Skulptur vor der Bürgerschaft aufstellen zu wollen, unmittelbar am Marktplatz. Man muss nicht immer wieder das angestaubte Bild von der guten Stube bemühen, mit Rathaus und Roland als Weltkulturerbe. Man muss sich das nur mal vorstellen, als Bild vors geistige Auge holen - so ein Comic-Kram an dieser Stelle. Aber gemach, über Kunst lässt sich trefflich streiten, und wer anderer Meinung ist, bitte! Was aber gar nicht geht, ist die Anmaßung, die hinter dem Plan steckt. Eine private Geldgeberin heckt mit dem Künstler und einigen Verantwortlichen der Stadt klammheimlich etwas aus und erwartet, dass es durchgewinkt wird. Wo leben wir? Im Feudalismus?

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