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Weser-Kurier: Kommentar von Andreas Kölling zum Bruttoinlandsprodukt

Bremen (ots) - Huch, es ist geschrumpft - das Bruttoinlandsprodukt, das BIP! Es mag eine Delle sein, ein Absturz ist es - noch - nicht. Der Dämpfer war erwartbar: Ein milder Winter und die Konsumenten im Rekord-Kaufrausch. Dass so eine Kombi die traditionellen Wirtschaftszyklen durcheinanderbringt, ist klar. Weil in den Wintermonaten - anders als in den Jahren zuvor - fast durchgängig weitergebaut werden konnte, fehlte die sonst üblich Frühjahrsbelebung in der Branche. Das macht sich in der Statistik sofort bemerkbar. Und wenn obendrein auch noch die Methodik geändert wird, kann es Überraschungen geben. Es mag verwundern, dass künftig auch Drogengeschäfte, Zigarettenschmuggel und Prostitution in die Berechnung des Gesamtwerts aller Waren und Dienstleistungen im Inland eingehen. Das ist bereits Praxis in anderen EU-Ländern. Und hat etwa in Italien seinerzeit zu einem kräftigen Anstieg des BIP geführt. Was wiederum Kritik provoziert, auf diese Weise mit halbseidenen Schätzungen die Wirtschaftsleistung auf dem Papier zu pushen. Geschenkt. Deutlich stärker wird sich künftig die Aufnahme von Ausgaben für Forschung und Entwicklung im BIP niederschlagen. Und dass Ausgaben für die Verteidigung in Zukunft nicht mehr als öffentlicher Konsum, sondern als Kapital in der Statistik gebucht werden: Panzer als Investitionsgut.

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