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Weser-Kurier: Zur Steuerehrlichkeit schreibt Ben Zimmermann:

Bremen (ots) - Von wegen: Strafe bringt nichts. Die zunehmende Steuermoral in Deutschland dürfte weniger der Einsicht ins Unrecht geschuldet sein als vielmehr dem steigenden Fahndungsdruck. Der Ankauf von Steuer-CDs bringt einige ins Schwitzen. Doch nicht nur das: Prominente Einzelfälle wie Uli Hoeneß oder Alice Schwarzer werfen ein ganz anderes Licht auf das Vergehen. Steuerhinterzug ist eben keine lässliche Sünde, die man augenzwinkernd akzeptiert, sondern Betrug an der Allgemeinheit. Diese Botschaft ist inzwischen angekommen. Auf einem anderen Blatt steht, was der Staat letztlich mit seinen Einnahmen macht. Und da stellt ihm der Bürger ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Geldvernichtungs-Projekte wie etwa der Hauptstadtflughafen BER oder die Hamburger Elbphilharmonie werden ihren Teil dazu beigetragen haben. Deshalb wird der Staat - ob berechtigt oder nicht - sein schlechtes Image, was die Sparsamkeit angeht, wohl nie ganz loswerden. Was er allerdings tun könnte, wäre, für ein gerechteres und überschaubareres Abgabensystem zu sorgen: Steuersätze runter, Abschreibungsmöglichkeiten zusammenstreichen, kalte Progression stoppen. Doch daran sind bisher alle Regierungen - trotz vollmundiger Versprechungen - kläglich gescheitert.

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