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Weser-Kurier: Kommentar von Klaas Mucke über Verkehrs-Apps der Autokonzerne

Bremen (ots) - Mit Autos ist noch Geld zu verdienen. Das zeigt der aktuelle Halbjahresbericht im Hause Daimler. Nur wie lange noch? Die Trends sind bekannt - sie gehen weg vom Besitz eines eigenen Pkw und hin zum Car-Sharing. Das haben auch die Autohersteller gemerkt, die deswegen um diesen Markt buhlen. Sie entwickeln nun Apps, mit denen Kunden über ihr Smartphone oder ihren Tablet-PC verschiedene Verkehrsanbieter wie den öffentlichen Nahverkehr, Taxen oder E-Bikes mit einem Car-Sharing-Angebot kombinieren können, um kostengünstig und möglichst schnell von A nach B zu kommen. In Zukunft wollen sie nicht nur Autos verkaufen, sondern auch Mobilität managen. Weitsichtig, nachhaltig und umweltbewusst, möchte man meinen - und damit am Puls der Zeit. Doch zuerst geht es ums Geldverdienen. Es gilt, sich auf einem neuen Geschäftsfeld zu etablieren. Und alle sind sie mit dabei: BMW, Daimler, VW - sogar die Deutsche Bahn. Sie alle wollen Mobilität verkaufen - aber in erster Linie ihre eigene. Denn sie müssen Neukunden gewinnen, die sie an ihre Marke binden wollen. Das aber geht nur, wenn das eigene Produkt im Vordergrund steht. Die Kooperationen mit Nahverkehrsanbietern sind sinnvoll und tun den Konzernen nicht weh. Damit aber bleibt man mit dem Dienst am Kunden auf halber Strecke stehen. Denn den erreicht vor allem das eigentlich beworbene Produkt - der Smart, der Mini, der Golf oder der ICE. Wirklich kundenfreundlich wäre es, eine App zu entwickeln, deren Nutzer aus allen vorhandenen Anbietern wählen können. Doch für mehrere solcher Service-Tools ist der Markt nicht groß genug. Clever wäre es, nicht nur Alibi-Kooperationen einzugehen, sondern ernsthaft zusammenzuarbeiten. Siemens steht schon in den Startlöchern mit einer markenunabhängigen App, die sämtliche Verkehrsteilnehmer vereinen - und somit eine unkomplizierte Nutzung ermöglichen will. Es wird sich zeigen, wer am Ende auf der Überholspur an den anderen vorbeizieht.

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