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Weser-Kurier: Kommentar von Benjamin Lassiwe zum Rückzug von EKD-Präsident Nikolaus schneider

Bremen (ots) - Die Familie stand für Nikolaus Schneider stets im Zentrum. Der tragische Krebstod seiner Tochter Meike, die nahezu öffentlich geführte Ehe mit seiner Gattin Anne. Dass der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland auf die schwere Erkrankung seiner Ehefrau mit der Ankündigung reagiert, zur nächsten, im November in Dresden tagenden EKD-Synode zurückzutreten, kann da nicht überraschen. Für die Evangelische Kirche ist das ein herber Rückschlag: Schon Schneider selbst kam ja nur als Interims-Ratsvorsitzender, der nach der Alkoholfahrt der ehemaligen Hannoverschen Bischöfin Margot Käßmann gewählt wurde. Seine Menschlichkeit, seine Nächstenliebe waren prägend für die EKD der vergangenen Jahre. Aber genau das verhinderte auch manche notwendige Entscheidung. Aus seelsorgerlichen Motiven begründete, schwammige Stellungnahmen zur Präimplantationsdiagnostik (PID) und eine unausgegorene Familiendenkschrift waren die Kehrseite seiner Zeit als Ratsvorsitzender. Insofern kann der herbe Rückschlag auch zu einer Rettung werden: Denn mit dem bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm steht ein leitender Geistlicher bereit, dem durchaus zuzutrauen ist, den Rat der EKD auch durch die Wogen des Reformationsjubiläums 2017 zu führen.

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