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Weser-Kurier: Kommentar von Michael Lambek zur Rattenplage

Bremen (ots) - Die Ratte ist die Freundin des Menschen - auch wenn man zugeben muss, dass es sich dabei in aller Regel um eine sehr einseitige Zuneigung handelt. Sie jedenfalls sucht seine Nähe, denn was der Mensch ihr an Abfällen hinterlässt, ist für die anpassungsfähige Ratte ein täglich frisch gedeckter Tisch, an dem sie sich munter bedient. So ist es seit Jahrhunderten. Und weil sie zudem eine effektive Krankheitsüberträgerin ist, wird sie ebenso lange bekämpft. Genau das wird allerdings immer schwieriger, denn die Überlebenskünstlerin entwickelt Resistenzen, die sie gegen die einschlägigen Rattengifte zunehmend unempfindlich macht. Sicher wird die Massentierhaltung mit ihrem hohen Antibiotika-Einsatz dabei eine Rolle spielen. Andererseits finden die Forscher multiresistente Ratten ebenso in den Kanalisationen von Großstädten. Untersuchungen in Hamburg, Berlin und Köln liefern Anzeichen dafür, dass als Quellen der Resistenz die Abwässer großer Krankenhäuser infrage kommen. So oder so drohen die Waffen der Rattenjäger stumpf zu werden. Es wird noch einiges an Geld und Forschungsanstrengungen kosten, diese Entwicklung in den Griff zu bekommen - das ist teuer, aber unvermeidlich, wenn uns das Problem nicht über den Kopf wachsen soll.

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