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Weser-Kurier: Zu den Schweizer Volksabstimmungen schreibt Jan Raudszus:

Bremen (ots) - Die Schweiz hat den nationalen Mindestlohn deutlich abgelehnt. Das ist wenig überraschend. Das Land ist zutiefst wirtschaftsliberal. Aber selbst Schweizer, die sonst eher für Vorlagen der Gewerkschaften stimmen, haben sich gegen den Mindestlohn entschieden. 22 Franken pro Stunde beziehungsweise 4000 Franken im Monat hatten die Gewerkschaften gefordert. Nicht nur für deutsche Ohren eine scheinbar gewaltige Summe. Scheinbar, denn in den teuren Städten Zürich oder Genf ist dies eine vertretbare Forderung. Wo eine Wohnung 2000 Franken im Monat kostet - wenn man überhaupt eine ergattert - klingt das nach notwendigem Lohnangleich. Aber die teuren Städte sind nur ein Teil der Schweiz. Nicht überall ist ein Mindestlohn in dieser Höhe sinnvoll. Die nächste Grenze ist immer nah. Das Land kämpft jetzt schon damit, dass viele zum Shoppen ins Ausland fahren. Kein Wunder bei dem hohen Preisniveau und den Wechselkursentwicklungen der vergangenen Jahre. Außerdem: die Schweiz verfügt über gut entwickelte Sozialpartnerschaften. Warum dieses funktionierende System stören?, werden sich viele Schweizer gefragt haben. In den Verträgen für verschiedene Branchen sind Mindestlöhne bereits festgelegt. Einen landesweit einheitlichen Mindestlohn braucht die Schweiz somit wirklich nicht.

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