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Weser-Kurier: Kommentar von Alexander Pitz zum Tarifstreit im öffentlichen Dienst

Bremen (ots) - Diesmal allerdings mutet das Prozedere noch absurder an. Die Gewerkschaften, das ist ihr gutes Recht, fordern ein sattes Lohnplus von durchschnittlich sieben Prozent. Doch anstatt zu versuchen, die Beeinträchtigungen für die Bürger möglichst gering zu halten, wurden die ersten Streiktermine offenbar schon vor Verhandlungsbeginn festgelegt. Man müsse heutzutage eben gleich deutlich werden, hieß es. Ähnlich bizarr ist das Vorgehen der Arbeitgeber: Man strebe ein möglichst schnelles Ergebnis an, beteuert Thomas Böhle, Verhandlungsführer der Kommunen. Um das zu erreichen, verfolgt er die eigenwillige Strategie, den Gewerkschaften erst gar kein Angebot vorzulegen, auf das sie reagieren könnten. Schließlich könne man auch ohne Angebot zu einem Ergebnis kommen. Tarifstreits haben eben ihre ganz eigene Logik, und die ist selten zielführend. Deshalb sind das einzige Ergebnis bislang die Warnstreiks, unter denen die Bevölkerung derzeit zu leiden hat. Sie muss bei diesem absonderlichen Kräftemessen hilflos zusehen. Aber wenn es am Ende ans Zahlen geht, dann darf sie wieder ran.

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