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Weser-Kurier: Kommentar von Silke Hellwig zu Edathys "Spiegel"-Interview

Bremen (ots) - Sebastian Edathy hat nicht mehr viel zu verlieren. So mag man sich erklären, dass er sich für ein "Spiegel"-Interview zur Verfügung gestellt hat. Dass es ihn drängt, sich zu verteidigen, liegt nahe. Allerdings hat er sich mit diesem Gespräch sicher keinen großen Gefallen getan. Selbstverständlich steht es Edathy zu, sich zu erklären. Wenn er versichert, nicht pädophil zu sein - wer dürfte das bestreiten? Welche Empfindungen die gekauften Bilder bei ihm ausgelöst haben, weiß nur er allein. Fatal ist indes, dass er sein Verhalten mit dem Verweis auf die Kunstgeschichte verharmlost. Als ob es nichts als eine Frage des individuellen Geschmacks sei, ob ein erwachsener Mann "Gefallen" an Nacktaufnahmen von Kindern findet. Sich wie auch immer an Kinder zu ergötzen, ist nicht strafbar, aber selbst in der harmlosesten Variante zumindest unanständig. Es degradiert Kinder zu Objekten erwachsener Bedürfnisse, welcher Art auch immer. Auf jeden Fall waren sie bei Edathy intensiv genug, um sich eben nicht mit dem "Dornauszieher" und den Putten in der Antikensammlung zu begnügen, sondern im Ausland Fotos zu kaufen. Wenn Sebastian Edathy sich entschuldigen müsste, dann bei den abgebildeten Kindern. Dass er seine Neigung als eine x-beliebige Variante privater Vorlieben hinzustellen versucht - das ist eher unentschuldbar.

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