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Weser-Kurier: Über den Wulff-Prozess schreibt Daniel Killy im "Weser-Kurier" (Bremen):

Bremen (ots) - Es ist eine nicht enden wollende Geschichte im Wulff-Prozess: Auch nach Befragung des 18. Zimmermädchens oder der 25. Wiesn-Kellnerin sieht das Gericht keinerlei Grundlage für einen Schuldspruch. Oberstaatsanwalt Clemens Eimterbäumer hingegen sieht sich anscheinend als letzten Hüter staatlicher Ordnung. Und weil nicht sein kann, dass Deutschland einen Bundespräsidenten hatte, der dem Amt weder charakterlich noch von seiner Statur her gewachsen war, versucht dieser Oberstaatsanwalt verzweifelt, den Bürger Christian Wulff zu kriminalisieren. Dabei ist der schon gestraft genug: erstens mit seiner eigenen Persönlichkeit und zweitens mit dem Verlust von Amt und Ansehen. Seit zwölf Verhandlungstagen grillt Eimterbäumer Zeugen, um herauszufinden, wer wem 2008 wie viel Champagner oder Bier auf wessen Kosten bezahlt hat. Und wieder wird Moral - die Wulff bei der Wahl seiner Freunde häufig vermissen ließ - mit (Straf)Recht verwechselt. Der viel gescholtene Beklagte jedenfalls zeigt in dieser Farce von Prozess etwas, was ihm während seiner gesamten Amtsführung fehlte: Profil. Und Wadenbeißer Eimterbäumer beklagt sich beim Richter darüber, er sei ja hier bei einem "Auswärtsspiel". Weil für diesen beleidigten Juristen, der unseren Staat vertritt, anscheinend nicht sein kann, was nicht sein darf - ein Angeklagter, der unschuldig ist, sich aber dennoch schuldig gemacht hat. Richter Rosenow hat nun die schwere Aufgabe, Recht zu sprechen.

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