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Weser-Kurier: Zu den Vorwürfen gegen Edathy schreibt der "Weser-Kurier" (Bremen) in seiner Ausgabe vom 12. Februar 2012:

Bremen (ots) - Klar, auch für Sebastian Edathy gilt erst einmal die Unschuldsvermutung. Trotz der ungeheuerlichen Vorwürfe, die gegen den SPD-Innenpolitiker laut geworden sind. Die Faktenlage dafür, dass tatsächlich in Richtung Besitz von kinderpornografischem Material ermittelt wird, ist dünn. Edathy hat dies dementiert. Edathy, wie aber auch die Staatsanwaltschaft, hat gestern nur wenig dazu beigetragen, die Spekulationen einzudämmen. Klar ist nur: Es wird wegen einer möglichen Straftat gegen den Mann aus Nienburg ermittelt. Nicht gesichert ist die Deliktgruppe, und auch zur möglichen Schwere der Tat gibt es fast nur Spekulationen. Am Ende wird eine der beiden Seiten ziemlich unglücklich dastehen. Entweder hat ein bekannter Politiker - wieder einmal - bis zum Schluss gelogen, oder aber die Justiz war ein wenig übereifrig. Die ganze Sache weckt Erinnerungen an den Fall Jörg Tauss. Gegen den SPD-Bundestagsabgeordneten wurde 2009 wegen des Besitzes kinderpornografischen Materials ermittelt. Tauss bestritt die Vorwürfe, später wurde er verurteilt. Der Fall wog damals für die SPD schwer. Denn Tauss hatte bei Bekanntwerden der Vorwürfe mehrere Parteiposten inne und saß im Bundestag. Edathy hingegen hat am Freitag sein Mandat zurückgegeben. Für die SPD macht das - bei aller echter Bestürzung - diesmal die Sache ein wenig einfacher.

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