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Weser-Kurier: Zur Entwicklung bei Prokon schreibt der "Weser-Kurier" (Bremen) in seiner Ausgabe vom 25. Januar 2014:

Bremen (ots) - Pleite oder doch nicht pleite? Ein Antrag ist noch keine Insolvenz. Es ist ein Antrag. Der wird nun geprüft. Allerdings, wenn es tatsächlich keine weiteren offenen Forderungen gegen Prokon gibt, außer den massenweise gekündigten Genussrechten, dann wird es aller Wahrscheinlichkeit nach auch keine Insolvenz der schleswig-holsteinischen Windmacher geben. Denn die zweifelhaften Prokon-Genüsse sind buchmäßig nachrangige Forderungen und begründen laut Expertenmeinung allein keine Zahlungsunfähigkeit. Doch Vorsicht, das ist kein Silberstreif am Horizont. Ganz im Gegenteil. Denn dann gilt - anders als im Falle einer Insolvenz - das Windhundprinzip: Wer jetzt seine Genussrechte am schnellsten gekündigt hat, der kann unter Umständen irgendwann damit rechnen, doch noch etwas von seinem Invest wiederzusehen. Vielleicht sogar alles, auf jeden Fall aber wohl deutlich mehr, als Anleger im Falle einer Quotierung bei einer Insolvenz bekommen würden. Da werden schließlich alle über einen Kamm geschoren. Das ist also die Alternative: Bei einer Insolvenz kriegen alle ziemlich wenig oder, wenn das Gericht keine Zahlungsunfähigkeit feststellt, dann bekommen die, die jetzt nicht lange mit ihrer Kündigung gezögert haben alles und der große Rest gar nichts. Darüber entscheidet nun in Wochen oder Monaten das Insolvenzgericht. Eines ist aber schon heute sicher: Der Traum von grünen Mega-Renditen ist endgültig ausgeträumt. Und zwar nicht erst seit vergangenem Mittwoch. Wer seinen Verstand einigermaßen beisammen hatte, hätte gewarnt sein können, ja gewarnt sein müssen. Schon seit Jahren haben Verbraucherschützer beim Thema Prokon den Finger gehoben. Und auch die kapitale Windreich-Pleite hätte potenziellen Anlegern in erneuerbare Energien eine deutliche Warnung sein müssen. Gier macht blind. Egal, ob bei einem grünen Invest oder einer Anlage im Rüstungssegment. Natürlich kann sich eine überlegte Investition in erneuerbare Energien lohnen. Allerdings mit bodenständigen Renditen.

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