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Weser-Kurier: Über steigende Lebensmittelpreise schreibt der Bremer WESER-KURIER:

Bremen (ots) - Seit Jahren ziehen die Preise für Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Obst und Butter an. Und gerade für diejenigen, die jeden Cent zwei Mal umdrehen müssen, ist das eine schlechte Nachricht. Für die meisten Menschen in Deutschland ist der abermalige Preisanstieg allerdings kein Grund zur Sorge - jedenfalls noch nicht. Im Gegenteil: Viele Bürger können es sich trotz steigender Preise heutzutage offenbar immer noch leisten, massenweise Lebensmittel unverbraucht im Mülleimer verschwinden zu lassen. Im Schnitt wirft jeder Deutsche pro Jahr etwa 80 Kilogramm an Essbarem weg, insgesamt sind es Waren im Wert von mehreren Hundert Millionen Euro. Da können ein paar Cent mehr für Brot und Butter nicht wirklich wehtun. Die Ausgaben für Lebensmittel spielen in vielen Haushalten ohnehin nur eine Nebenrolle. Lediglich rund zehn Prozent der Gesamtausgaben fallen im Schnitt pro Haushalt auf Essbares an. Das ist in etwa so viel, wie Deutsche für Hobbys, Unterhaltung und Kultur ausgeben. Der aktuelle Preisanstieg allein wiegt auch deswegen nicht so schwer, weil sich die Verbraucherpreise in anderen Bereichen stabilisiert haben und so die Jahresteuerungsrate auf ein deutlich niedriges Niveau gesunken ist. Dass die Preise für Lebensmittel hierzulande noch im EU-weiten Mittelfeld liegen, ist dem großen Wettbewerb zu verdanken. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Trend zu teurer werdenden Lebensmitteln wohl langfristig anhalten wird. Die Zeiten der Überproduktion und daraus resultierender Preisstürze scheinen jedenfalls vorbei zu sein, da sind sich die Experten einig. Der Agrarmarkt hat sich globalisiert. Deutsche Agrarprodukte sind längst weltweit gefragt. Schwellenländer in Asien oder Südamerika haben sich zu immer wichtiger werdenden Verkaufsmärkten entwickelt. Das tut der Agrarwirtschaft gut, steigert aber auch den logistischen Aufwand und lässt letztlich die Preise steigen. Ein einzelner Preisanstieg tut heute noch nicht weh. In der Summe könnte diese Entwicklung zukünftig aber doch zu einer deutlichen Belastung werden - auch für die, die heute noch sorglos wegwerfen.

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