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Weser-Kurier: Zur zunehmenden Kohleverstromung in Zeiten der Energiewende schreibt der Bremer WESER-KURIER:

Bremen (ots) - So war das aber nicht gedacht mit der Energiewende. Trotz immer mehr Wind- und Sonnenstrom erleben ausgerechnet die besonders umweltschädlichen Kohlekraftwerke eine Renaissance. Diese Dreckschleudern, und nicht etwa vergleichsweise saubere Gaskraftwerke, werden hochgefahren, wenn der Strom aus Wind, Sonne und Biogas nicht ausreicht. Mit der Folge, dass trotz des Anstiegs der Ökoenergie auf mittlerweile fast 25 Prozent des Strombedarfs der Ausstoß von Kohlendioxid nicht gesunken, sondern sogar noch gestiegen ist. Der Grund sind die geringen Brennstoffkosten der Braunkohle, für deren Abbau nach wie vor ganze Landstriche in Ost- und Westdeutschland verwüstet werden. Und es sind die geringen Betriebskosten veralteter und längst abgeschriebener Kohle-Kraftwerke, gegen die moderne Gas-Anlagen einfach nicht ankommen. Nur eine andere Politik kann diese hirnrissige Entwicklung stoppen. Und die dürfen die privaten Stromverbraucher mit Fug und Recht einfordern. Denn warum zahlt derzeit ein Vier-Personen-Haushalt für seinen Anteil an der Energiewende eigentlich rund 220 Euro Ökostromzulage? Damit die Betreiber ihre luftverpestenden Kohlekraftwerke rund um die Uhr laufen lassen können? Will die Große Koalition mit der Energiewende glaubwürdig bleiben, muss sie die Stromerzeugung durch Braunkohle eindämmen. Ein wirksamer Weg wäre die Verknappung der CO2-Verschmutzungsrechte. Die sind derzeit - auch infolge der Wirtschaftskrise - in der EU im Überfluss zu haben und deshalb spottbillig. Dabei sind sie dafür geschaffen worden, die Kohleverstromung nach und nach unwirtschaftlicher zu machen. Das gelingt aber nur, wenn die Emissionsrechte reduziert werden, wie ursprünglich geplant. Stattdessen hat die schwarz-gelbe Bundesregierung mit Rücksicht auf die Energiekonzerne entsprechende Schritte der EU über Jahre maßgeblich blockiert. Es wäre an SPD-Energieminister Gabriel, das nun zu korrigieren. Doch bei den Sozialdemokraten rangierten sichere Arbeitsplätze im Braunkohletagebau bislang noch immer weit vor sauberer Luft.

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