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Weser-Kurier: Zu Maßnahmen gegen Falschfahrer schreibt der Bremer WESER-KURIER:

Bremen (ots)

Über zwei Millionen Unfälle im Straßenverkehr gibt es jedes Jahr in Deutschland, etwa 4000 Menschen sterben dabei. Eigentlich müsste täglich ein Aufschrei durch das Land gehen, angesichts dieser Zahlen. Doch man hört nichts. Niemand schreit. Wir nehmen es hin, sehen es als allgemeines Lebensrisiko an, haben uns daran gewöhnt - oder verdrängt. Anders sieht es beim Thema Geisterfahrer aus. Im Schnitt sterben jährlich zwischen 20 und 25 Menschen bei solchen Unfällen - die Zahl fällt bei der Unfallstatistik nicht wirklich ins Gewicht. Und doch empfinden viele Menschen diese Unfälle als besonders brutal. Die Vorstellung, Opfer einer solchen Situation zu sein, ist für sie unerträglich. Der Wunsch, Geisterfahrer zu stoppen, ist daher verständlich. Wer jetzt aber nach aufwendigen Maßnahmen schreit, der verkennt die Realität. Denn viele Tote kann man damit nicht verhindern. Die Aufmerksamkeit, die das Thema bekommt, scheint mehr von purer Angst denn vom Verstand geleitet. Denn letztlich ist es egal, ob ein Mensch durch Zusammenstoß mit einem Geisterfahrer, durch ein riskantes Überholmanöver mit überhöhter Geschwindigkeit oder einen betrunkenen Fahrer ums Leben kommt. Trauernde Angehörige werden da keinen Unterschied spüren. Jeder Verkehrstote ist ein fürchterliches Opfer, das man hätte vermeiden können. Zudem gibt es oft verschiedene Gründe, die dazu führen, dass ein Mensch sprichwörtlich und buchstäblich auf die Gegenfahrbahn gerät. Alkohol, Medikamente, Krankheit, auch persönliche Probleme. Kommt all dies zusammen, wird auch ein Stoppschild nicht reichen, um einen Falschfahrer zu bremsen. Es muss mehr getan werden. Warum gibt es nicht längst Gesetze, die bestimmen, dass Autos für den Alltagsgebrauch nur 130 Stundenkilometer fahren dürfen? Warum nicht bereits eine Art "Warnmelder" für Alkoholkonsum am Steuer, der eine automatische Wegfahrsperre aktiviert? Warum nicht endlich einen verbindlichen Fahrtest für alte Menschen, um verwirrte unter ihnen nicht mehr ans Steuer zu lassen? All das würde sehr viel mehr Todesopfer verhindern.

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