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Weser-Kurier: IG Metall fordert Rohstoff-Gipfel - Preisspekulationen bedrohen zehntausende Jobs

Bremen (ots) - Die IG Metall hat die Bundesregierung aufgefordert, einen Rohstoff-Gipfel einzuberufen. Angesichts der steigenden Preise fürchtet die Gewerkschaft den Verlust von zehntausenden Arbeitsplätzen in der Stahlindustrie und in den nachgelagerten Produktionsbereichen. "Die Lage ist bedrohlich", sagte Detlef Wetzel, 2. Vorsitzender der IG Metall, dem WESER-KURIER (Donnerstagsausgabe). Die Rohstoffspekulationen seien nicht nur der Konjunkturkiller Nummer 1, sondern gefährdeten auch alle beschäftigungspolitischen Erfolge, die trotz der Krise erzielt worden seien. "Deshalb appellieren wir an den Staat, dringend etwas dagegen zu unternehmen." Mit Mitteln des Kartellrechts oder über eine schärfere Regulierung der Finanzmärkte müssten die horrenden Börsenspekulationen beendet werden, die den Preis etwa für Eisenerz weit über den tatsächlichen Marktpreis getrieben hätten. "Wenn nichts getan wird, und bisher hat die Politik nichts getan, stehen die Rohstoffversorgung und tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel", sagte Wetzel.

Die jüngsten Preissteigerungen zehrten die Gewinne in der Stahlindustrie auf. "Unternehmen, die keine Gewinne mehr machen, werden automatisch Personal abbauen wollen." Einen Teil der Preissteigerungen dürften nach Ansicht von Wetzel von den Stahlproduzenten an die Erst- und Zweitverarbeiter weitergegeben werden, die ihrerseits Personal abbauen könnten. Den Rest der Zeche zahle der Endverbraucher. Autos und alle anderen Produkte aus Stahl würden am Ende teurer. Wetzel appellierte an die Bundesregierung, sich auf internationaler Ebene für geeignete Maßnahmen einzusetzen. "Das ist bislang noch nicht mal ansatzweise geschehen."

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