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Börsen-Zeitung: Die Opec wird's richten, Kommentar von Dieter Kuckelkorn zum jüngsten Ölpreisrückgang

Frankfurt (ots)

Am Ölterminmarkt hat in den vergangenen Wochen
ein beeindruckender Preisrückgang stattgefunden. Im Juli hatte der an
der New Yorker Terminbörse Nymex führende Monatskontrakt der Sorte US
Light Sweet Crude ein Allzeithoch von 78,40 Dollar je Barrel 
erklommen. Am Mittwoch sackte der Preis kurzzeitig unter die Marke 
von 60 Dollar ab. Der Preis hat damit in zwei Monaten um rund 20% 
nachgegeben. Dies ist der stärkste Einbruch seit fünfzehn Jahren.
Eine der Ursachen des Preisverfalls ist das Überangebot auf dem 
Weltmarkt. In den USA sind zudem die Ölvorräte wegen des Ausfalls des
größten Ölfelds Prudhoe Bay hochgefahren worden. Zudem gab es in der 
aktuellen Saison bislang viel weniger Hurrikans im Golf von Mexiko 
als in den Vorjahren. Außerdem hat sich die Prämie für die 
geopolitischen Risiken der Ölversorgung drastisch reduziert, seit 
sich im Streit um das iranische Atomprogramm Entspannung abzeichnet. 
Dies alles hat spekulative Marktteilnehmer wie Hedgefonds dazu 
bewegt, Long-Positionen abzubauen.
Trotz des rasanten Preisverfalls wäre es vorschnell, eine 
Fortsetzung des aktuellen Preistrends vorauszusagen. Zu erwarten ist 
stattdessen, dass sich der Ölpreis in Kürze stabilisieren wird. Die 
Bodenbildung könnte bei US Light Sweet Crude schon auf dem aktuellen 
Niveau von ungefähr 60 Dollar erfolgen. Technischen Analysten zufolge
gibt es eine starke Unterstützungszone zwischen 58 und 60 Dollar je 
Barrel. Sollte diese Zone nicht halten, ist mit einem weiteren 
Rückgang auf 55 Dollar zu rechnen. Das dürfte es dann aber gewesen 
sein.
Für eine Bodenbildung sprechen mehrere Gründe. So wird die 
Nachfrage ab Herbst wieder deutlich zulegen. Auch könnte sich 
angesichts der iranischen Atom-Ambitionen der Streit mit den USA 
wieder verschärfen. Vor allem aber ist damit zu rechnen, dass die 
Organisation Erdöl exportierender Staaten Opec eingreift, wenn sich 
der Preisverfall fortsetzt.
Die Organisation hatte in der vergangenen Woche zwar auf eine 
Kürzung der Förderquoten verzichtet, aber gleichzeitig mitgeteilt, 
auch vor dem nächsten regulären Opec-Ministertreffen im Dezember sei 
eine Konferenz zur Adjustierung der Fördermengen möglich. Sollte die 
Unterstützungszone bei 58 bis 60 Dollar nicht halten, werden sich die
Opec-Minister schon bald in Wien wiedersehen.
(Börsen-Zeitung, 22.9.2006)

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