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Börsen-Zeitung: Kengeters Paukenschlag, Kommentar zur Deutschen Börse von Christopher Kalbhenn

Frankfurt (ots) - Seit seinem Antritt setzt der neue Vorstandsvorsitzende Carsten Kengeter alle Hebel in Bewegung, um die Strukturen der Deutschen Börse umzubauen. Das Unternehmen soll schneller, schlanker, dynamischer, innovativer, kundenfreundlicher etc. werden mit dem Ziel, seine Wachstumsraten zu erhöhen. Die gestern verkündete Restrukturierung des Vorstands ist der bislang lauteste Paukenschlag Kengeters.

Das Gremium wird geradezu umgepflügt. Die Handelsparte, der größte Erlös- und Ergebnisbeiträger, wird abgeschafft, der Derivatehandel dem Portfolio von Jeffrey Tessler zugeschlagen, der im neuen Ressort Clients, Products & Core Markets für Clearstream zuständig bleibt und künftig zusätzlich für den globalen Vertrieb und die Produktentwicklung der Gruppe zuständig sein wird. Dafür wird der Kassamarkthandel wieder ein Vorstandsressort. Geleitet wird es von Hauke Stars, die derzeit für IT und Marktdaten zuständig ist. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Andreas Preuß, derzeit für Kassa- und Terminhandel zuständig, übernimmt das neu geschaffene Ressort IT & Operations, Data & New Asset Classes. Er verantwortet damit künftig zentral die IT-Aktivitäten und den Betrieb der Marktsysteme der Gruppe.

Im Kern erfolgt mit der Neueinteilung der Umbau des Unternehmens von einer divisionalen zu einer zentraleren Struktur. Zu einem der Hauptkritikpunkte Kengeters gehörte in den zurückliegenden Monaten ein ausgeprägtes Silo-Denken im Unternehmen, das mit dem Ende der Silos verschwinden soll. Nicht von ungefähr erklärte Kengeter gestern, sich auf eine übergreifende Zusammenarbeit mit allen Vorstandsressorts zu freuen.

Mit der Umstrukturierung geht aber auch eine Umverteilung von Macht einher. War bisher das Ressort von Preuß mit einem Anteil am Gesamtumsatz des Unternehmens von 52% die wichtigste Sparte, wird dies künftig das Tessler-Ressort mit einem Umsatzanteil von 77% sein. Allerdings versinkt Preuß auch nicht in völlige Bedeutungslosigkeit. Der Operations-Bereich ist alles andere als unwichtig und mit mehr als 1500 Mitarbeitern das Ressort mit dem höchsten Personalbestand. Einen Bedeutungsverlust stellt auch die Abgabe der IT- und Marktdatensparte und deren Ersatz durch das Kassamarktressort für Stars dar. Es ist im Übrigen nur bedingt nachvollziehbar, warum die Sparte einer Person anvertraut wird, die über eine hohe Technologiekompetenz verfügt, aber keine ausgewiesene Börsenspezialistin ist.

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