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Börsen-Zeitung: VWs üppige Liquidität, Kommentar zum VW-Quartalsbericht von Peter Olsen

Frankfurt (ots) - Das ist natürlich ganz nach dem Geschmack der Investoren. Erst überrascht der Stuttgarter Daimler-Konzern mit einem unerwartet kräftigen Ergebnisschub, dann legt der global am besten aufgestellte deutsche Autokonzern Volkswagen mit ebenfalls über Erwarten guten Zahlen für das erste Quartal nach. Die Vorzugsaktie der Wolfsburger war mit einem Kursgewinn von 3,8% - gemeinsam mit Infineon - Tagesgewinner im Dax. Mit einem Schlusskurs von 75,26 Euro schloss dabei das stimmrechtlose Papier fast zur Stammaktie auf - diese legte ebenfalls zu und endete bei 75,63 Euro.

Rechtzeitig zur heute in Hamburg stattfindenden Hauptversammlung hat das VW-Management seine ehrgeizige Wachstumsstrategie mit guten Zahlen für den Jahresbeginn 2010 unterfüttert. Ein Absatzplus von einem Viertel, ein nahezu verdoppelter Konzerngewinn - auch wenn sich die Umsatzrendite damit noch in bescheidenen Dimensionen bewegt - und eine nochmals gestiegene Nettoliquidität im Automobilgeschäft von 14,2 Mrd. Euro sollten kaum Zweifel an den Leistungen der Wolfsburger Führung aufkommen lassen.

Bei näherem Hinsehen schälen sich aber auch schnell, neben der fortgesetzten Kostendisziplin, die Erfolgsgaranten heraus. Da ist zum einen die starke Position im boomenden Markt China, wo die Konzernmarken im Vierteljahr mit 457300 Fahrzeugen 61% mehr absetzten als vor Jahresfrist. Zum Vergleich: am Heimatmarkt Deutschland wurden im Berichtsquartal mit 254400 Einheiten gerade einmal 1,2% mehr verkauft.

Zum Zweiten zogen auch in den USA, wo VW trotz jahrzehntelanger Präsenz eine unterdurchschnittliche Rolle spielt, die Verkaufszahlen um 37% an. Anders als im rentablen Chinageschäft wird der Konzern in den Staaten aber erst dann Geld verdienen, wenn in Bälde aus dort zugekauften Teilen vor Ort produzierte Fahrzeuge in größeren Stückzahlen in den Markt gedrückt werden.

Die überaus üppige Liquidität wirft erneut Fragen nach der Notwendigkeit der jüngsten Kapitalerhöhung auf, die dem Konzern 4,1 Mrd. Euro einbrachte. Denn trotz der für den Einstieg bei Suzuki abgeflossenen 1,7 Mrd. Euro und selbst unter Berücksichtigung, dass bereits 3 Mrd. Euro aus dem Emissionserlös vereinnahmt wurden, haben Geschäftsausweitung und gekürzte Investitionen dafür gesorgt, dass die Wolfsburger derzeit mehr Geld als Ultimo 2009 in der Kasse haben.

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