Forum Moderne Landwirtschaft

Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz

    Bonn (ots) - Nachhaltigkeit ist ein dynamischer Prozess, in dem
die Verbraucherwünsche, die Ansprüche des Umweltschutzes, die
wirtschaftlichen Anforderungen und die sozialen Belange der
Beschäftigen und des ländlichen Raumes ständig überprüft und
gegeneinander abgewogen werden müssen. Zu diesem Fazit kamen
Referenten und Teilnehmer der Podiumsdiskussion "Nachhaltige
Landwirtschaft - Weg, Ziel oder Utopie". Die Veranstaltung der
Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft e.V. (FNL) fand am 25.
Oktober 2001 in Berlin statt.
    
    "Auch der Naturschutz verliert in der Nachhaltigkeit seinen
sektoralen Stellenwert". Mit dieser Feststellung kennzeichnete Hilmar
Freiherr von Münchhausen, Leiter Landwirtschaft des WWF Deutschland,
seine Vorstellungen zum Thema. "Der Naturschutz muss  sich beweisen
im Austausch und in der Auseinandersetzung mit anderen
gesellschaftlichen Interessen." Auch wenn der Begriff von den
unterschiedlichen Gruppierungen kontrovers und häufig kritisch
beurteilt werde, plädiert Freiherr von Münchhausen für mehr
Miteinander. "Nachhaltigkeit ist kein Begriff, der spaltet, sondern
ein Begriff, der eint." Dies sei eine wesentliche Voraussetzung, um
langfristig gemeinsam diejenigen politischen Rahmenbedingungen  zu
setzen, unter denen individuelle Bedürfnisse mit gesellschaftlichen
Interessen in Einklang gebracht würden.
    
    "Die Politik muss die geeigneten Rahmenbedingungen für eine
nachhaltige Entwicklung schaffen," forderte Philip Freiherr von dem
Bussche, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft und
Vorstandsmitglied der FNL. Dazu zähle unter anderem auch die
Förderung einer leistungsfähigen Landwirtschaft, die dynamische
Entwicklung der ländlichen Räume und die Honorierung
multifunktionaler Leistungen der Landwirtschaft. In diesem
Zusammenhang machte von dem Bussche deutlich, dass ökologischer
Landbau eine attraktive Variante, aber kein Leitbild für eine
nachhaltige Landwirtschaft sei. Übergeordnetes Ziel sei es, "die
Ressourceneffizienz zu erhöhen." Die Nutzung technischer und
wissenschaftlicher Innovationen sowie der grünen Gentechnik könnten
wichtige Beiträge leisten. Freiherr von dem Bussche: "Nachhaltige
Landwirtschaft ist ohne moderne Technik und ohne effiziente
Agrarforschung nicht zu haben."
    
    Dr. Dierk Peters, International Marketing Manager Sustainability
Projects, Unilever Langnese/Iglo, machte in seinem Beitrag die
besondere Verantwortung der Unternehmen der Lebensmittelindustrie
deutlich. Schließlich werde hier auf die natürlichen Rohstoffquellen
zurückgegriffen und landwirtschaftliche Flächen intensiv genutzt.
Daher verfolge sein Unternehmen die Zielsetzung, das Prinzip der
Nachhaltigkeit für die gesamte Lieferkette vom Feld bis auf den Tisch
zu sichern. Dr. Peters: "Die Verbraucher sind sensibilisiert, sie
erwarten Produkte bester Qualität, die aber im Blick auf soziale und
Umwelt-Belange in verantwortlicher Weise produziert werden."
    
    
    
ots Originaltext: Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft
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Dr. Jürgen Fröhling,
Matthias Wiedenau
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