Frau im Spiegel

Franziska Walser: "Wir haben schon ganze Straßen geleert, so schrien wir uns an"

München (ots) - "Ich müsste eigentlich keine Existenzangst haben, aber ich habe sie trotzdem", bekennt Edgar Selge (62) gegenüber der Peoplezeitschrift FRAU IM SPIEGEL. "Ich habe den ,Polizeiruf' zehn Jahre lang gemacht. Ich spürte, dass das nicht ewig so weiter geht. Aber die Entscheidung für den Ausstieg war natürlich eine Entscheidung gegen das sichere Geld." Selges Frau Franziska Walser (58) erklärt: "Es gibt eben immer wieder Jahre, in denen sich Projekte zäh entwickeln." Für die nächsten Monate sieht es jedenfalls gut aus. Sie gehen wieder mit Rilkes "Duineser Elegien" auf Tour, arbeiten an einer Zwei-Personen-Version von Goethes "Iphigenie", haben Anfragen für TV-Projekte. "Reich werden war nie ein Ziel bei uns", sagt Edgar Selge.

Bei dem Paar gibt es auch mal Streit. Walser: "Ich vergesse allerdings sehr schnell, worum es bei der Auseinandersetzung ging. Wir haben schon ganze Straßen geleert, so schrien wir uns an. Ich habe auch Gläser zerdeppert. Aber ich finde Streiten wichtig, denn es bringt nichts, Dinge in sich hinein zu fressen." Selge analysiert gern, auch die ehelichen Unstimmigkeiten: "Beim Streiten will man eine Wirkung sehen. Ich gehe soweit, bis der andere mich spürt. Wichtig ist, dass man trotzdem den Respekt wahrt."

Was sich im Alter ändert? - "Mit zunehmendem Alter werde ich immer dünnhäutiger", sagt Walser. Und Selge findet: "Die Frustrationen nehmen zu, die Illusionen über Menschen werden weniger. Ich kann mich stark für junge Menschen begeistern. Mir sind Schwierigkeiten immer auf den Rücken geschlagen, so dass ich schon mit 30 Jahren nur auf allen Vieren kriechen konnte, das ist im Alter eher besser geworden."

FRAU IM SPIEGEL traf die beiden kurz nach ihrem Urlaub in Sambia und Südafrika. "Für uns waren diese Ferien etwas ganz Besonderes, weil wir nicht oft Fernreisen machen", erzählt Selge. "Unser Leben ist durch zwei Wohnsitze und wechselnde Drehorte sehr unstet. Deswegen fahre ich im Urlaub gerne an einen bekannten Ort, wie das Ferienhaus meiner Schwiegereltern in den Schweizer Bergen. Im Winter kann man dort Skifahren, im Sommer wandern. Ich fühle mich dort geborgen, alles ist mir vertraut, die Gerüche, der Blick aus dem Fenster."

Selge hat die älteste Tochter des Schriftstellers Martin Walser Ende der Siebzigerjahre an der renommierten Otto-Falkenberg-Schauspielschule kennengelernt, jetzt sind sie seit 31 Jahren zusammen, seit 26 Jahren verheiratet. Die beiden Kinder Maria (26) und Jacob (29) sind erwachsen, arbeiten selbst in künstlerischen Berufen. Walser und Selge sind eines der seltenen Paare, das über drei Jahrzehnte hinweg das Interesse aneinander wach gehalten hat, immer im Gespräch geblieben ist.

Bis vor einem Jahr war das Zentrum ihres privaten Lebens das kleine Häuschen in einem grünen Münchner Viertel, seit einem Jahr gibt es zusätzlich eine Wohnung in Berlin. Die Pendelei zwischen zwei Wohn- und zahlreichen Dreh- und Auftrittsorten findet Walser "ganz schön anstrengend". "Wenn wir getrennt sind, halten wir über das Internet-Bildtelefon Skype Kontakt. Das Schöne daran ist, dass man einander sehen kann. Wir haben das extra gelernt", erzählt sie. Selge ergänzt: "Wir schreiben auch SMS. Längere Briefe komischerweise nur in sehr schwierigen Phasen unserer Beziehung."

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