Deutscher Naturschutzring

DNR zur heutigen Unterzeichnung des Atomausstiegsvertrages: Bis 2020 müssen Sonne, Windkraft, Biomasse und Erdwärme Atomenergie ersetzen

    Bonn (ots) - Die heutige Unterzeichnung des Atomausstiegsvertrages
sieht der Deutsche Naturschutzring (DNR) mit einem weinenden und
einem lachenden Auge. "Das Risiko eines möglichen Supergaues ist bei
den Restlaufzeiten bis zum Jahre 2020 viel zu hoch", bemängelte
DNR-Präsident Hubert Weinzierl. "Wohin mit dem ganzen Atommüll, der
sich bis dahin verdoppeln wird? Ein sicheres Endlager gibt es
nirgendwo auf unserem Planeten", so Weinzierl. "Außerdem müsse
endlich die gesellschaftspolitische Diskussion darüber geführt
werden, dass es unmoralisch ist, wenn wir den kommenden Generationen
nicht rückholbare Entscheidungen hinterlassen", sagte DNR-Präsident
Weinzierl.
    
    Entlarvend sei ferner, dass die Risiken der Atomenergie praktisch
nicht versicherbar seien. Die frühere konservativ-liberale
Bundesregierung habe daher die Haftungssumme auf kümmerliche DM 500
Mio je Kraftwerk künstlich festgeschrieben. Die jetzige Erhöhung auf
5 Milliarden DM halte den Kosten eines Supergaues, die in die
Billionen gehen können, längst nicht Stand. Zudem laufe das von den
Energiekonzernen vorgelegte Solidarmodell ins Leere. Im Schadensfalle
dürfte die Finanzkraft der Konzerne kaum reichen, alle Kosten zu
decken. Würde die Ermittlung der Versicherungsrisiken dem freien
Versicherungsmarkt überlassen werden, stiegen die
Versicherungsprämien derart an, dass die Unwirtschaftlichkeit der
Atomenergie sehr schnell sichtbar würde, betonte der DNR.
    
    Positiv sei, dass erstmals ein Industriestaat verbindlich sich von
der unbeherrschbaren Atomenergie verabschiedet. Gleichzeitig ist dies
der Auftakt für einen umfassenden Einstieg in die erneuerbaren
Energien. Sie müssen den bisherigen Anteil der Atomenergie von etwa
1/3 bei der Stromerzeugung bis 2020 vollständig ersetzen, betonte der
DNR.
    
    
ots Originaltext: Deutscher Naturschutzring (DNR)
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Weitere Informationen:

Helmut Röscheisen, DNR-Generalsekretär, Tel: 0228/35 90 05

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