Alle Storys
Folgen
Keine Story von Der Tagesspiegel mehr verpassen.

Der Tagesspiegel

Der Tagesspiegel: FDP will sich stärker für Rechte Homosexueller einsetzen Partei unterstützt Gesetz von Rot-Grün zu Lebenspartnerschaften im Bundesrat

Berlin (ots)

Die FDP will den Worten ihres Vorsitzenden Guido
Westerwelle Taten folgen lassen und sich verstärkt für die Rechte
Homosexueller einsetzen. Generalssekretärin Cornelia Pieper kündigte
am Montag an, die Novelle der rot-grünen Koalition zum
Lebenspartnerschaftsgesetz im Bundesrat zu unterstützen. "Die FDP in
den Landesregierungen wird auf Zustimmung drängen", sagte sie dem
"Tagesspiegel" (Dienstagsausgabe). "Wir werden in den vier
Bundesländern dafür kämpfen, dass wir bei den Lebenspartnerschaften
einen Schritt vorankommen." Die Liberalen koalieren in
Baden-Württemberg, Sachsen- Anhalt und Niedersachsen mit der CDU, die
das Gesetz entschieden ablehnt. Die Novelle sieht neben
Besserstellungen beim Unterhalt und bei der Hinterbliebenenversorgung
auch die sogenannte Stiefkindadoption vor. Demnach dürfen schwule
oder lesbische Paare in eingetragenen Partnerschaften ab Januar 2005
leibliche Kinder eines Partners adoptieren. Westerwelle hatte dieses
eingeschränkte Adoptionsrecht als "schlichte Selbstverständlichkeit"
bezeichnet und die Ausdehnung auf alle festen Partnerschaften von
Homosexuellen verlangt. Rot-Grün sei bei "dem ganzen Thema auf halber
Strecke stehen geblieben". Der Union geht jedoch schon das rot- grüne
Vorhaben zu weit. Westerwelles bevorzugter Koalitionspartner lehnt
ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare prinzipiell ab und will das
auch im Bundesrat zum Ausdruck bringen. "Die CDU/CSU-geführten Länder
werden in der Länderkammer nicht zustimmen", erklärt der
CDU-Rechtsexperte Norbert Röttgen. Die Union werde sich der
Auseinandersetzung zwar stellen. "Verhandelbar ist diese
gesellschaftspolitische Grundsatzfrage aber nicht, da es um das Wohl
des Kindes geht", sagte er dem "Tagesspiegel". Für den
CSU-Abgeordneten Norbert Geis stellt sich gar die Bündnisfrage. "Wenn
es zu einer Koalition zwischen CDU/CSU und FDP kommen soll, muss man
sich einig sein, dass Schwulen und Lesben keine weiteren Rechte
eingeräumt werden können", sagte er der Zeitung. Die Grünen wollen
Westerwelle nun beim Wort nehmen und den Einsatz der FDP genau
verfolgen. Parteichefin Angelika Beer sagte dem "Tagesspiegel": "Der
Lackmustest kommt im Bundesrat. Da muss die FDP zeigen, ob sie auf
Landesebene für die Rechte von Homosexuellen Koalitionen platzen
lässt."
Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Politikredaktion des
Tagesspiegels: Tel. 030-26009-295.
ots-Originaltext: Der Tagesspiegel

Rückfragen bitte an:

Der Tagesspiegel
Thomas Wurster
Chef vom Dienst
Telefon: 030-260 09-419
Fax: 030-260 09-622
Email: thomas.wurster@tagesspiegel.de

Original-Content von: Der Tagesspiegel, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Der Tagesspiegel
Weitere Storys: Der Tagesspiegel