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Der Tagesspiegel: Front gegen Gauck in der Linkspartei wackelt

Berlin (ots) - Berlin - In der Linkspartei mehren sich Stimmen, die sich gegen einen eigenen Kandidaten für die Wahl zum Bundespräsidenten aussprechen. Der Fraktionschef der Linkspartei im Thüringer Landtag, Bodo Ramelow, rückte am Sonntag von der bisherigen Parteilinie ab, wonach der Kandidat von SPD und Grünen, Joachim Gauck, für die Linkspartei nicht wählbar ist. "Wenn Herr Wulff in den beiden ersten Wahlgängen keine Mehrheit bekommt, behalte ich mir vor, was ich im dritten Wahlgang mache", sagte Ramelow dem Tagesspiegel (Montagausgabe). Das in der Linkspartei verbreitete Argument, als ehemaliger Chef der Stasi-Unterlagenbehörde sei Gauck nicht akzeptabel, lässt Ramelow nicht gelten. Auch er kritisierte zwar, dass Gauck bisher lediglich als Aufklärer hervorgetreten sei, in seiner Funktion als Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde und auch in der Auseinandersetzung mit der 68-er-Bewegung, nicht jedoch als Versöhner. Auch habe er Stasi-Akten "instrumentell eingesetzt", etwa im Fall des Linkenpolitikers Gregor Gysi. Ramelow sagte aber auch: "Wenn Herr Gauck den Willen hätte, mit uns ernsthaft zu reden, dann müssten wir uns dem Gespräch stellen." Nach der Parlamentarischen Geschäftsführerin der Linkspartei im Bundestag, Dagmar Enkelmann, sprach sich am Sonntag auch die Berliner Bundestagsabgeordnete und Vize-Parteichefin Halina Wawczyniak gegen einen eigenen Kandidaten aus. "Wir brauchen keinen eigenen Kandidaten. In dieser Frage sollten wir uns nicht verkämpfen", sagte sie dem Tagesspiegel.

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