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Der Tagesspiegel: Stuttgarter Europaminister Reinhart: Länder bei EU-Begleitgesetz weitgehend einig
Maßgebliche Mitwirkung des Bundesrats gefordert

Berlin (ots)

Die Bundesländer sind sich weitgehend einig, wie
die vom Verfassungsgericht geforderte stärkere Beteiligung von 
Bundestag und Bundesrat in EU-Angelegenheiten umgesetzt werden soll. 
Das sagte der Vorsitzende der Europaministerkonferenz und 
baden-württembergische Bundesratsminister Wolfgang Reinhart (CDU) dem
Berliner "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe). Demnach soll im 
Begleitgesetz zum Lissabon-Vertrag das innerstaatliche 
Gesetzgebungsverfahren auf die europäische Politik angewendet werden.
Wenn es um Länderzuständigkeiten geht, soll der Bundesrat die 
entscheidende Kammer sein.
Beim "Notbremsemechanismus" auf EU-Ebene soll es sogar eine 
"ausschließliche Zuständigkeit" des Bundesrats geben, wenn es um 
reine Länderdinge geht. "Hier ist nicht einzusehen, dass der 
Bundestag über europarechtliche Vorhaben zu befinden hat, die 
innerstaatlich allein Angelegenheiten der Länder wären", sagte 
Reinhart. Das betrifft etwa den Strafvollzug und die Sozialpolitik 
der Länder. Der "Notbremsemechanismus" bedeutet, dass jeder EU-Staat 
ein Vorhaben der Brüsseler Kommission zur Sozialpolitik und zum 
Strafrecht stoppen und eine einvernehmliche Lösung im Europäischen 
Rat verlangen kann. Dieses Vetorecht sollte bislang allein der 
Bundesregierung zukommen.
Beim Übergang zu Mehrheitsentscheidungen im EU-Rat und bei der 
"Flexibilitätsklausel", mit der die Kommission über ihre 
ausdrücklichen Kompetenzen hinaus aktiv werden kann, fordern die 
Länder einen Zustimmungsvorbehalt immer dann, wenn die EU-Regelung 
nach deutschem Recht eine Zustimmung des Bundesrats verlangt. "Geht 
es um Gesetzgebungskompetenzen der Länder, muss die Entscheidung des 
Bundesrats hier maßgeblich sein", sagte Reinhart. Dies beträfe auch 
jene Teile des Umweltrechts, bei dem die Länder durch die 
Föderalismusreform ein Recht zur Abweichung von Bundesgesetzen 
bekommen haben.

Pressekontakt:

Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-308
Fax: 030-260 09-622
cvd@tagesspiegel.de

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