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Der Tagesspiegel: Berlins CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger (CDU) plädiert für zweiten Atomkonsens

    Berlin (ots) - Im Streit um längere Atom-Laufzeiten schlägt der Berliner CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger einen zweiten Atomkonsens vor. "Wir sollten mit den Energieversorgern einen Atomkonsens II vereinbaren", sagte Pflüger dem Tagesspiegel (Mittwochausgabe). In einer solchen Vereinbarung sollten längere Laufzeiten für "moderne und sichere" Atomkraftwerke festgeschrieben werden. "Aber die Versorger dürfen nicht nur das zusätzliche Geld kassieren", sagte der CDU-Politiker. Vielmehr müsse sich die Industrie im Gegenzug verpflichten, einen Teil der Gewinne in einen Fonds zur Erforschung und für den Ausbau regenerativer Energien fließen zu lassen. "In der Nutzung der Sonnenkraft und anderer regenerativer Energien sind wir technologisch ungefähr auf dem Stand der Autoindustrie im Jahre 1905", sagte er. "Da steckt ein enormes Potenzial für Wachstum und Arbeitsplätze gerade in unserer heimischen Wirtschaft."

    Die Forderung der SPD, den Atomausstieg in die Verfassung zu schreiben, lehnte Pflüger ab. "Das gehört nicht ins Grundgesetz", sagte er. "Die SPD muss von ihrer ideologischen Festlegung hinsichtlich der Laufzeiten runterkommen." Diese Frage müsse pragmatisch vor dem Hintergrund gestiegener Energiepreise und wachsender internationaler Abhängigkeiten gelöst werden. Der CDU-Politiker erteilte zugleich Forderungen nach einem Neubau von Atomkraftwerken eine klare Absage. "Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, als ob die Kernkraft die Lösung aller Probleme wäre", sagte er. Als "Brückentechnologie" für eine Übergangszeit sei Atomenergie notwendig, die Zukunft gehöre aber regenerativen Energien.

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