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Der Tagesspiegel: Lufthansa: Hauptstadtflughafen BBI muss schnell kommen

    Berlin (ots) - Der Lufthansa-Bereichsvorstand Karl Ulrich Garnadt hat die Verantwortlichen in Berlin ermahnt, den Bau des Flughafens Berlin Brandenburg International schnell voranzutreiben. "Jedes Jahr, das der Flughafen später öffnet, ist ein verlorenes Jahr für die Entwicklung des Luftverkehrs in Berlin", sagte Garnadt im Gespräch mit dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe). "Wir müssen akzeptieren, dass in einer Demokratie Planungen dauern. Dennoch rate ich jedem, der in Berlin Einfluss hat, BBI schnell voranzutreiben", sagte der Manager, der seit Mitte Januar 2007 das Ressort Service und Personal der Lufthansa Passage Airlines leitet. Damit ist Garnadt verantwortlich für das Personal am Boden und in der Kabine, sowie das Management der Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt, München und der dezentralen Flughäfen, darunter Berlin.

    Auf absehbare Zeit plant der deutsche Marktführer keine Langstrecken-Flüge von Berlin aus. "In Berlin unter den heutigen Bedingungen - mit drei Flughäfen und kaum Möglichkeiten zur Bündelung - sehen wir derzeit noch keine Chancen", sagte Garnadt. Die Lufthansa plane ihr Streckennetz nach den Anforderungen der Geschäftsreisenden, sagte der 50-Jährige dem Tagesspiegel. Berlin habe, verglichen mit München, Frankfurt oder Düsseldorf, "einen deutlich geringeren Anteil an Geschäftsreisenden". Das werde sich ändern: "Ich glaube, dass Berlin perspektivisch - damit meine ich einen Zeitraum von zehn, zwanzig Jahren - eine Weltmetropole werden wird und damit auch ein bedeutender Luftverkehrsstandort." Auf einen konkreten Zeitplan wollte sich der Lufthansa-Manager aber nicht festlegen lassen. "Wann die Zeit reif für Langstreckenverbindungen ab Berlin ist, kann man heute nicht konkret sagen. Nur soviel: Wenn BBI erst zur Verfügung steht, werden wir anders agieren können als heute. Eine gute Infrastruktur zieht auch Geschäfte an. Die Europäische Zentralbank wäre nicht nach Frankfurt gekommen, hätte dort nicht ein Weltflughafen existiert." Die Entscheidung für BBI sei wichtig und richtig.

    Auf die Frage, ob der weltweit stark zunehmende Luftverkehr die Lufthansa vor personelle Probleme stelle, sagte Garnadt: "Wir haben keine Nachwuchsprobleme: Jährlich gehen fast 100.000 Bewerbungen bei uns ein. Alleine in diesem Jahr haben wir schon 3000 Mitarbeiter eingestellt." Auch Piloten fänden sich noch ausreichend. "Weltweit wachsen die Flugzeugflotten, der Bedarf an Piloten steigt. Aber wir haben keinen Mangel zu verzeichnen."

    Mit Blick auf mögliche Übernahmen der Fluggesellschaften Iberia und Alitalia sagte Garnadt: "Das Interesse und die Fähigkeiten auf Seiten der Lufthansa sind da." Aber das Unternehmen sei gut beraten, "in dieser sehr zyklischen Industrie Akquisitionsthemen mit Bedacht anzugehen". "Wir lassen uns nicht in Abenteuer treiben." Die Konsolidierung werde im Luftverkehr kommen, "und wir werden uns auch aktiv beteiligen - aber nur so, dass die Risiken beherrschbar sind."

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