Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

Umfrage: Große Mehrheit der Bundesbürger und der Bundestagsabgeordneten befürwortet mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit

Hannover (ots) - Die große Mehrheit der Bundesbürger will ein stärkeres entwicklungspolitisches Engagement der Bundesregierung. 79 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Deutschland seine internationale Zusage einhält, bis zum Jahr 2015 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens in Entwicklungszusammenarbeit zu investieren. Unter Bundestagsabgeordneten befürworten sogar 89 Prozent die Einhaltung des 0,7 Prozent-Ziels. Von diesem Wert ist Deutschland mit zuletzt 0,38 Prozent weit entfernt. Das ergaben zwei repräsentative Umfragen unter Bundesbürgern und unter Bundestagsabgeordneten, die TNS Emnid im Auftrag der Stiftung Weltbevölkerung durchgeführt hat.

"Das ist ein klares Signal für die aktuellen Haushaltsverhandlungen: Deutschland muss endlich zu seinen internationalen Zusagen stehen und den Entwicklungsetat deutlich aufstocken", betont Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung. "Gerade in Zeiten der globalen Ebola-Krise sollte allen klar sein, dass umfassende Investitionen in die Entwicklung armer Länder, insbesondere in Gesundheitssysteme, dringend nötig sind. Deutschland darf sich nicht länger mit billigen Versprechungen aus seiner internationalen Verantwortung stehlen."

Weitere Ergebnisse der Umfrage unter Bundesbürgern:

   - 43 Prozent der Bundesbürger zufolge sollte Deutschland sogar 
     mehr als 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für 
     Entwicklungszusammenarbeit investieren.
   - 84 Prozent der Deutschen finden es wichtig, dass sich die 
     Bundesregierung für die Bekämpfung von Armut in 
     Entwicklungsländern engagiert. Für 39 Prozent ist das sogar sehr
     wichtig.
   - 80 Prozent sprechen sich dafür aus, dass sich die 
     Bundesregierung besonders in Afrika südlich der Sahara 
     engagieren sollte, gefolgt von Nordafrika (67 Prozent).
   - Die Deutschen sind grundsätzlich bereit, selbst etwas zur 
     Armutsbekämpfung beizutragen: Jeder Zweite würde eine 
     Unterschriftenaktion unterstützen (50 Prozent) oder die etwas 
     teureren, fair gehandelten Produkte wie Kaffee oder Schokolade 
     kaufen (48 Prozent). 

Die beiden repräsentativen Umfragen wurden im August 2014 durchgeführt. Befragt wurden deutschlandweit 1.001 Bundesbürger im Alter ab 18 Jahren sowie 104 Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen.

Über die Stiftung Weltbevölkerung

Die Stiftung Weltbevölkerung ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Sie hilft jungen Menschen, sich selbst aus ihrer Armut zu befreien. Ungewollte Schwangerschaften und Aids verschärfen die Armut und bedeuten für viele Jugendliche den Tod. Deshalb unterstützt die Stiftung Gesundheitsinitiativen sowie Aufklärungs- und Familienplanungsprojekte in Ostafrika und Asien.

Weitere Informationen Grafik: http://ots.de/arjla

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