Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe fordert 15 Minuten schnellere Akutversorgung in Deutschland!
Neues System "Stroke Angel" hilft, Schlaganfall-Patienten in der Klinik schneller zu versorgen

Gütersloh/Berlin (ots) - Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe fordert eine um 15 Minuten schnellere Schlaganfall-Akutversorgung in Deutschland. Eine neue Technik, die diesem Ziel näher kommen könnte, ist das System "Stroke Angel". Zum 15. Jahrestag der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe haben heute Liz Mohn, Eva Luise Köhler und Experten das Konzept im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung in Berlin vorgestellt.

"Jedes Jahr erleiden etwa 200.000 Menschen in unserem Land einen Schlaganfall. Durch rascheres Handeln könnten viele Leben gerettet werden", sagte Liz Mohn, Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Nach einem Schlaganfall versterben rund 40 Prozent der Betroffenen innerhalb des ersten Jahres, 64 Prozent bleiben pflegebedürftig. "Daher sind alle Beteiligten im Gesundheitswesen aufgefordert, mit der Stiftung eine schnellere Akutversorgung in Deutschland zu realisieren. Hier geht es um wertvolle 15 Minuten", so Mohn. Eva Luise Köhler lobte den langjährigen Einsatz der Stiftung für eine bundesweit bessere Schlaganfall-Versorgung. "Um bestehende Defizite der Versorgung von Betroffenen auszuräumen, sind innovative Projekte gefragt - wie das der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und ihrer Partner", erklärte die Ehefrau des Bundespräsidenten.

Die gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und Partnern aus Wissenschaft und Praxis entwickelte Lösung "Stroke Angel" wurde in der Region Bad Neustadt/Saale erfolgreich getestet: Die Zeitspanne vom Auftreten der Symptome bis zum Therapiebeginn im Krankenhaus konnte verkürzt werden. Durch eine direkte Übertragung der Untersuchungsdaten vom Rettungswagen in die Klinik kann bei einem akuten Schlaganfall der Patient um durchschnittlich 23 Minuten schneller in der Klinik behandelt werden.

Der Einsatz des "Stroke Angel" beginnt bereits am Notfallort. Die Betroffenen werden zunächst systematisch auf Schlaganfall-Symptome untersucht. Die Untersuchungsdaten werden von den Rettungsassistenten in einen tragbaren Computer eingegeben. Anschließend werden Patienten- und Untersuchungsdaten über eine Mobilfunkverbindung an die Klinik übertragen. Grundlage zur Ermittlung der Verdachtsdiagnose Schlaganfall sind hinterlegte elektronische Schlaganfall-Skalen im Minicomputer.

"Eine zügige Behandlung ist für das Überleben und die Vermeidung von Langzeitfolgen wie schweren Behinderungen enorm wichtig", betonte Liz Mohn. Besonders bei Patienten mit Hirninfarkten, die mit der so genannten Thrombolyse behandelt werden, kann mit dem Stroke Angel erheblich Zeit gespart werden. "Das ist ein entscheidender Vorteil!", sagte Prof. Bernd Griewing, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik Bad Neustadt/Saale. Denn die Lysetherapie sei nur innerhalb der ersten drei bis sechs Stunden nach Auftreten der Symptome möglich. "Bisher wird die Lyse zu selten durchgeführt. Über die Gesamtfläche Deutschlands sind es nur etwa ein bis zwei Prozent, in den Städten vier bis sechs Prozent. Das Stroke-Angel-Konzept hat geholfen, die regionale Lyserate in Nordbayern von 6 auf 12 Prozent zu steigern, dieses Ergebnis wäre auch in anderen Regionen Deutschlands denkbar", so Griewing. "Nachdem der Stroke Angel in die Regelversorgung der Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld übernommen wurde, ist es unser Ziel, das System auch bundesweit zu empfehlen", erklärte der Neurologe.

Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.schlaganfall-hilfe.de oder unter www.stroke-angel.de .

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe wurde 1993 von Liz Mohn gegründet. Unabhängig und gemeinwohlorientiert widmet sie sich ihrem Satzungsauftrag, Schlaganfälle zu verhindern und zur Verbesserung der Versorgung von Schlaganfall-Patienten beizutragen. Unterstützt wird die Aufklärungs- und Informationsarbeit zum Thema Schlaganfall von 186 Regionalbeauftragten (meist Ärzte aus Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen). Unter dem Dach der Stiftung sind bundesweit inzwischen über 420 Schlaganfall-Selbsthilfegruppen entstanden.

Pressekontakt:

Torben Lenz
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E-Mail: torben.lenz@schlaganfall-hilfe.de
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