DIB Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie

Unternehmen fordern nationale Strategie

    Frankfurt/M. (ots) - Der Branchenverband DIB hat von der
Bundesregierung eine nationale Strategie für die Biotechnologie
gefordert. In den politischen Entscheidungen sei keine klare Linie
mehr erkennbar. Dies gefährde die weitere Entwicklung erheblich, vor
allem im Bereich Landwirtschaft und Ernährung. "Was nützt der Branche
eine breite Forschungsförderung, was nützen uns bessere staatliche
Rahmenbedingungen für die Gründung neuer Unternehmen, wenn der
entscheidende Schritt - die Vermarktung von Biotech-Produkten - durch
Teile der Bundesregierung blockiert wird", erklärte Dieter Wiþler,
Vorsitzender der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB),
vor Journalisten in Frankfurt.
    
    Nach der Auffassung der DIB sollte sich eine nationale
Biotech-Strategie, die auch der Entwicklung in der Europäischen Union
Rechnung tragen müsse, auf vier Säulen stützen: Rechtssicherheit,
realistische gesetzliche Ziele, konsistente Politik und größere
Transparenz für die Verbraucher. Wiþler kritisierte in diesem
Zusammenhang vor allem mehrere Entscheidungen oder Forderungen der
Bundesregierung im Bereich der so genannten "grünen Gentechnik", die
quasi zu einem Verbot der Pflanzenbiotechnologie führten. Diese
Politik stehe im eindeutigen Widerspruch zu den positiven
Erfahrungen, die weltweit auf 120 Millionen Hektar Anbaufläche mit
gentechnisch optimierten Pflanzen in den letzten 5 Jahren gemacht
worden seien. "Die Forderung nach mehr Transparenz für den
Verbraucher und unser Eintreten für realitätsnahe Gesetze sind zwei
Seiten derselben Medaille. Unrealistische Regelungen schaffen nicht
nur Probleme für die Unternehmen - sie schaffen auch Probleme für die
Politik", so Wiþler weiter.
    
    Zahl der Firmen erneut gewachsen - Spitzenstellung in Europa
Die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Biotech-Branche hat
dennoch im letzten Jahr gute Fortschritte gemacht. Besonders
dynamisch sind die mittelständischen Unternehmen mit maximal 500
Beschäftigten gewachsen: Ihre Zahl stieg um rund 20 Prozent auf 332.
Damit liegt Deutschland in Europa an der Spitze und hat in diesem
Kriterium seinen Abstand zum schärfsten Konkurrenten Groþbritannien
(280) weiter ausgebaut. Der Umsatz erreichte gut 1,5 Milliarden Mark,
ein Plus von über 50 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten stieg um
rund 30 Prozent auf fast 11.000 Mitarbeiter. Für Forschung und
Entwicklung gaben die Firmen mehr als 1,4 Milliarden Mark aus. Nach
Ansicht des DIB-Vorsitzenden ist die Branche den "Kinderschuhen
entwachsen" und kommt jetzt in eine Reifephase. Wiþler rechnet daher
mit einer Zunahme von Fusionen oder Übernahmen, was auch zu einer
wachsenden Verflechtung mit ausländischen Unternehmen führe.
    
    Medikamente und Diagnostika: Gentechnik auf dem  Vormarsch
Der Einsatz bio- und gentechnischer Methoden fürdie Herstellung
von Arzneimitteln und Diagnostika ist auf dem Vormarsch - und zwar
überall auf der Welt: Von den Medikamenten, die seit 1989 zur
Verfügung stehen, enthalten weltweit erst 9 Prozent gentechnische
Wirkstoffe. Von den Wirksubstanzen, die sich zurzeit in den frühen
klinischen Prüfungen befinden, ist dagegen schon über ein Viertel mit
gentechnischen Verfahren entwickelt. Dieser Trend spiegelt sich auch
auf dem Deutschen Arzneimittelmarkt wider, der inzwischen zum
stärksten Teilmarkt für biotechnische Produkte in Europa avanciert:
Im August 2001 waren in Deutschland 85 gentechnisch hergestellte
Arzneimittel mit 64 verschiedenen Wirkstoffen auf dem Markt, davon 11
aus deutscher Produktion. Damit wurde im letzten Jahr im
Apothekenverkauf ein Umsatz von rund 2,2 Milliarden Mark erzielt,
eine Steigerung von 18 Prozent gegenüber 1999. Der Umsatzanteil
gentechnisch produzierter Medikamente am deutschen Arzneimittelmarkt
beträgt nun 7 Prozent.
    
    Bei den Diagnostika ist der Einsatz der Biotechnologie noch weiter
fortgeschritten: Diagnostika aus der Biotech-Pipeline decken bereits
35 Prozent dieses Marktsegmentes ab. Der Umsatz erreichte im letzten
Jahr etwa 900 Millionen Mark.
    
    Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) vertritt
die Interessen von Unternehmen, die mit biotechnologischen Methoden
forschen, entwickeln, produzieren oder Dienstleistungen erbringen.
Zurzeit sind über 170 Firmen Mitglied der DIB.
    
    
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