Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz

Tierschutzorganisation VIER PFOTEN erstattet Strafanzeige gegen alle Nerzfarmen in Deutschland

Hamburg (ots) - Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN beginnt heute mit der Erstattung von Strafanzeigen gegen alle der Organisation bekannten Nerzfarmen in Deutschland. Wegen nicht artgerechter Haltung fordern die Tierschützer eine Schließung der insgesamt dreißig Betriebe. Rund 300.000 Tiere werden jährlich für die Produktion von Pelzmode getötet. Nerze sind die am häufigsten gehaltenen Pelztiere. Nerze durchstreifen in freier Wildbahn als Einzelgänger ein Gebiet von bis zu 25 Quadratkilometern. In den Pelztierfarmen dagegen werden bis zu vier Tiere in einen Käfig gepfercht, der eine Grundfläche von nicht einmal 0,30 Quadratmeter hat. Sie können sich weder ausreichend bewegen, noch springen, klettern, graben, ein Bad nehmen oder nach Beute suchen. Drahtgitterböden, unnatürliche Enge, ungeeignetes Futter und ständige Langeweile sind für die Tiere, die nach etwa acht Monaten getötet werden, eine lebenslängliche Qual. Für die Tierschützer der VIER PFOTEN besteht kein Zweifel daran, dass die Haltungsbedingungen für Pelztiere unter Tierschutzgesichtspunkten, insbesondere nach § 2 des Tierschutzgesetzes, nicht zulässig sind. Danach müssen Tiere so gehalten werden, dass sie ihre Bedürfnisse, besonders ihr Bewegungs- und Beschäftigungsbedürfnis, befriedigen können. Sie müssen artgemäß ernährt, angemessen gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden. Bereits im vergangenen Jahr musste nach Protesten der VIER PFOTEN eine Nerzfarm im Schleswig-Holsteinischen Maasholm ihren Betrieb schließen. "Die Haltungsbedingungen von Nerzen werden seit Jahren von Fachleuten als tierschutzwidrig kritisiert. Von einer auch nur ansatzweise artgerechten Haltung und Unterbringung der Tiere, wie sie das Tierschutzgesetz vorschreibt, sind die Betreiber der deutschen Pelztierfarmen weit entfernt", sagt Anette Nomann, Pelztierexpertin bei den VIER PFOTEN. "Tiere ausschließlich zur Produktion von Luxusartikeln zu töten, ist in einem ethisch begründeten Tierschutz durch nichts zu rechtfertigen. Diese Tierquälerei muss gesetzlich verboten werden." Diesem Ziel sind die Tierschützer ein beträchtliches Stück näher gekommen. Mit einer Bundesratsinitiative will der Schleswig-Holsteinische Umweltminister Klaus Müller ein gesetzliches Verbot der Pelztierzucht in Deutschland erreichen. Schon am kommenden Montag wird sich der Agrarausschuss des Bundesrates mit dem Thema beschäftigen und über das Verbot beraten. "Ein solches Verbot, ähnlich wie zum Beispiel in Großbritannien, wäre einer der größten Erfolge für den Tierschutz in Deutschland", sagt Anette Nomann. ots Originaltext: VIER PFOTEN e.V. Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Weitere Informationen erhalten Sie bei VIER PFOTEN: Pelztierexperten Anette Nomann, Tel.: 0160-2687338, oder Robert Kleß, 040/399249-0. Fotos und Klammermaterial zur Pelztierzucht bei Susanne Commerell, Tel.: 040/399249-35. Original-Content von: Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz, übermittelt durch news aktuell

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