Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz

Schluss mit den Käfigen, Herr Gabriel!

Hamburg (ots) - Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN e.V. protestierte am 1. September 2001 um 17:00 vor dem alten Rathaus in Göttingen gegen die tierquälerische Käfighaltung von Legehennen. Anlässlich eines Wahlkampftermins von Ministerpräsident Gabriel wiesen Aktivisten mit Hennenmasken, Transparenten und Flugblättern den Ministerpräsidenten darauf hin, dass 3/4 seiner Wähler klar gegen die Käfighaltung sind. Denn Hühner leiden auch in möblierten Käfigen, die Gabriel im Dienste der Geflügelwirtschaft als Alternative propagiert. "Unter Führung von Ministerpräsident Gabriel vertreten einige Bundesländer die Interessen der mächtigen Geflügelindustrie und versuchen, den Menschen das neue Käfigsystem als tiergerechte Alternative zu verkaufen", kommentiert VIER PFOTEN-Landwirtschaftsexperte Thomas Pietsch das skandalöse Verhalten der Landesregierung. "Uns erscheint es geradezu lächerlich, wenn sich Gabriels Landwirtschaftsminister Bartels hinstellt und die Vorzüge von ausgestalteten Käfigen aus Tierschutzsicht propagiert. Denn den Legehennen nützt ein Mehr an Platz von der Größe einer Postkarte und eine Alibiausstattung mit Sandbad, Nest und Sitzstange nur sehr wenig. Von einer artgerechten Haltung, wie die niedersächsischen Landespolitiker uns glauben machen wollen, kann hier in keiner Weise gesprochen werden." Etwa 90 % der 14 Millionen niedersächsischen Legehennen vegetieren in Käfigbatterien dahin. Diese Tiere fristen ihr ganzes Leben bei künstlichem Licht, erbärmlichem Gestank und Dauerstress auf einer Standfläche, kleiner als diese DIN A4-Seite. Auf engstem Raum zusammengepfercht, sind sie kaum in der Lage sich umzudrehen, leiden unter Knochendeformationen und können angeborene Verhaltensweisen wie Scharren, Picken und Flattern nicht einmal im Ansatz ausleben. Diese tierquälerische Haltungsform in Deutschland abzuschaffen plant das BMVEL mit einer neuen Hennenhaltungsverordnung, die zum Jahr 2012 jegliche Form der Käfighaltung verbieten will. Doch einige Ländervertreter sind nicht bereit die einmalige Chance, Deutschland zu einer Vorreiterrolle beim Schutz der Legehennen zu verhelfen, wahrzunehmen und möchten die sog. möblierten Käfige in Deutschland etablieren. Dabei ist längst klar, dass die große Mehrheit der Bundesbürger alle Formen der Käfighaltung ablehnt. Eine aktuelle EMNID-Umfrage im Auftrag der VIER PFOTEN ergab, dass 78,6 % der Niedersachsen (bundesweit 83,1 %) den Entwurf zum Schutz der Legehennen befürworten, lediglich 6,4 % (bundesweit 4,5 %) sprachen sich für möblierte Käfige aus. Die bisherige Legehennenverordnung wurde 1999 vom Bundesverfassungsgericht für nichtig erklärt, weil die Haltungsbedingungen gegen das Deutsche Tierschutzgesetz verstoßen. Das Gericht fordert eine Unterbringung, welche die Verhaltensbedürfnisse der Tiere berücksichtigt. Diesem Urteil wird die neue Verordnung im Einklang mit den europäischen Regelungen gerecht. Am 19. Oktober wird der Bundesrat über den Gesetzesentwurf entscheiden. Damit erhalten die Niedersachsen die Chance, ihr klares NEIN zu jeder Art von Käfighaltung umzusetzen. ots Originaltext: VIER PFOTEN Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Weitere Informationen bei VIER PFOTEN: Landwirtschaftsexperte Thomas Pietsch Telefon: 0171-4910784 oder 040-399 249-70 Die Ergebnisse der TNS EMNID Studie können bei den VIER PFOTEN angefordert werden. Umfrage, Fotos und Klammermaterial Britta Borisov Telefon: 040-399 249-35 Original-Content von: Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz, übermittelt durch news aktuell

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