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Einkaufsabteilungen sind die Gewinner der Krise
Unternehmen bleiben trotz Aufschwung auf der Kostenbremse

Berlin (ots) - Die weltweite Wirtschaftskrise hat den Einkaufsabteilungen in den Unternehmen zu einer deutlichen Akzeptanzsteigerung verholfen. Dies bestätigen über 60 Prozent der befragten Einkaufsleiter (CPOs) in der von Capgemini Consulting Anfang Oktober veröffentlichten CPO-Studie 2010. Der Einkauf ist nach Meinung der CPOs einer der Gewinner der Krise. "Insbesondere das Management hat die strategische Bedeutung für das Unternehmen erkannt. Mittlerweile berichtet der Einkauf bei nahezu 70 Prozent der Befragten an den Vorstand, ein Viertel der Teilnehmer gar direkt an den Vorstandsvorsitzenden (CEO). Mit der Bedeutung sind aber auch die Erwartungen an den Einkauf gestiegen. So haben sich die Einsparziele 2009 für mehr als die Hälfte der Unternehmen verdoppelt und verbleiben auch 2010 auf einem hohen Niveau", erklärt Stefan Becker, Principal Consultant und Leiter der Einkaufsberatung bei Capgemini Consulting. Beinahe 80 Prozent der Studienteilnehmer geben an, dass das Management eine langfristige Steigerung des Wertbeitrags durch den Einkauf erwartet. Mehr als 60% der Einkaufsmanager haben dabei die Wirtschaftskrise genutzt, um das Betriebsmodell des Einkaufs grundlegend zu überarbeiten und zu optimieren. "Das Ergebnis zeigt einen unveränderten Trend zu zentralen Einkaufsorganisationen. Allerdings spielt die Nähe zu den Geschäftsbereichen, den Beschaffungsmärkten und die Verzahnung mit den Fachbereichen eine erfolgskritische Rolle in der Umsetzung. Dezentrale Einkaufsorganisationen bilden zunehmen die Ausnahme", erklärt Becker.

Dieser Trend bestätigt sich durch den leichten Anstieg der Unternehmensausgaben, die durch den Einkauf verantwortet werden. Bei mehr als 70 Prozent der Befragten liegt dieser Anteil bereits bei deutlich über 60 Prozent der Gesamtausgaben. Für die einkaufsseitige Optimierung der extern bezogenen Güter und Leistungen sind - im Gegensatz zum Ausland - in Deutschland jedoch nur 50 Prozent der Einkaufmitarbeiter mit strategischen, also wertsteigernden Aufgaben beschäftigt. Neben einer fehlenden Prozesseffizienz sehen über 70 Prozent der Einkaufsleiter im Recruiting von erfahrenen Einkaufsexperten einen Engpass oder verlieren junge Talente aufgrund der fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten zu häufig an andere Fachbereiche.

Ziel erreicht - der Weg ist das Ziel

Eine deutliche Mehrheit der Einkaufsmanager sieht bei sich im Unternehmen klare Anzeichen der wirtschaftlichen Erholung. Aber dennoch gilt Kostensenkung wie im Vorjahr als das Fokusthema. "Bei wieder steigenden Rohstoffpreisen, Konkurrenz um Lieferkapazitäten in anziehenden Märkten und weiter steigendem Wettbewerbsdruck suchen die Einkäufer nach Ansätzen zur nachhaltigen Kostenreduzierungen", so Becker. Strategien zur Erreichung der unverändert hohen Einsparziele sind die Neuverhandlung von Verträgen, die konsequente Nutzung bestehender Verträge, insbesondere aber Initiativen zur gemeinsamen Produktoptimierung mit Partnern und Lieferanten, die Absicherung von Preis- und Währungsrisiken sowie die Auslagerung von Beschaffungsdienstleistungen.

Neu, aber im internationalen Vergleich nicht überraschend ist der in der Studie erkennbare Trend, dass in Deutschland die Einkaufsabteilungen die direkte Verantwortung über Nichtproduktionsmaterialien und Dienstleistungen zu ihrem Ziel erklärt haben. Obwohl notwendige Hilfsmittel wie e-Procurement-Lösungen bereits weit verbreitet sind, scheint deren nachhaltige Einführung in Deutschland nur teilweise zu gelingen.

Zur Studie

Die Studie basiert auf den Einschätzungen von mehr als 150 Einkaufsleitern und wichtigen Entscheidern im Bereich Supply Chain Management aus Europa, Asien und Amerika teil.

Weitere Informationen und der vollständige Report unter: http://www.presseportal.de/go2/cpo_survey_2010

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