Deutscher BundeswehrVerband (DBwV)

Parlament der Wehrpflichtigen: Neunmonatiger Wehrdienst in Abschnitten wird abgelehnt

    Berlin (ots) - Schlechte Noten für die Bundesregierung: Das
"Parlament der Wehrpflichtigen" im Deutschen BundeswehrVerband ließ
trotz eines klaren Votums für die Beibehaltung der Wehrpflicht das
vorgeschlagene Wehrpflichtmodell "W 9 in Abschnitten" durchfallen. Im
Eckpfeiler-Papier des Verteidigungsministeriums ist u.a. ein
sechsmonatiger Wehrdienst mit anschließenden Einberufungen (zweimal
sechs Wochen) vorgesehen. Dieses Modell kritisierten die Vertreter
der Wehrpflichtigen als "nicht sinnvoll und praktizierbar". Auch der
aktuelle Vorschlag zum neunmonatigen Wehrdienst "am Stück" wurde zwar
begrüßt, doch die Detailplanung zurückgewiesen. Eine Reform des
Wehrdienstes könne nicht einfach in der Streichung des bezahlten
Urlaubs und anderer Sozialleistungen liegen.
    
    Kritisch zeigten sich die Delegierten auch in der Diskussion mit
Verteidigungspolitischen Experten aller Fraktionen des Bundestages.
Vor Ort waren auch Brigitte Schulte, Parlamentarische
Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, sowie der
Wehrbeauftragte Dr. Wilfried Penner, der erstmals in dieser Runde
auftrat.
    
    Die Delegierten aus dem ganzen Bundesgebiet setzten sich zu Beginn
der Tagung in Arbeitsgruppen mit drei Schwerpunkten auseinander: Die
Zukunft der Wehrpflicht, Probleme im Truppenalltag sowie
Sozialleistungen wurden kritisch beleuchtet. Hauptanliegen der
Wehrpflichtigen war, den Dienstalltag sinnvoller zu gestalten als
bisher.
    
    Konkret forderten sie, Defizite im Auswahl- und
Einberufungsverfahren abzubauen, Vorgesetzte für Führungsaufgaben
besser zu qualifizieren, Funktionsdienst auch in der neuen Struktur
für Wehrpflichtige möglich zu machen und die überfälligen
Verbesserungen der finanziellen und sozialen Zuwendungen für
Wehrpflichtige vorzunehmen. Konkret verband sich dies mit der
Forderung, den Wehrsold am Existenzminimum zu orientieren.
    
    Die jetzige Regelung des Mobilitätszuschlages bezeichneten die
Wehrpflichtigen-Vertreter als unzureichend. Zur bisherigen Regelung
sollten pro 50 km Entfernung jeweils drei Mark zusätzlich bezahlt
werden, bei 100 km also sechs Mark, bei 150 km neun Mark.
    
    Die Delegierten forderten auch, den Berufsförderungsdienst noch
bis zu sechs Monaten nach Ende des Dienstes in Anspruch nehmen zu
können.
    
    Als neue Beisitzer Wehrpflichtige im Bundesvorstand des DBwV
wurden heute Hauptgefreiter d.R. Thomas Dolpp und Oberstabsgefreiter
Matthias Creutzberg gewählt.
    
ots Originaltext: Deutscher Bundeswehrverband e.V.
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