PETA Deutschland e.V.

Was geschieht mit vier illegalen Zoo-Elefanten?
Entscheidendes Treffen von Tier- und Artenschützern mit Staatssekretärin im Bundesumweltministerium

    Berlin (ots) - Vertreter von Tier- und Artenschutzverbänden wollen
am Freitag bei einer Besprechung mit Gila Altmann, Parlamentarische
Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, ihrer Forderung
Nachdruck verleihen, dass das Ministerium den juristischen Weg frei
macht für eine Rückführung von vier im Januar 1999 illegal via
Südafrika nach Deutschland eingeführten Elefantenkälber aus Botsuana.
Es wäre eine Tortur für die wild gefangenen Elefanten, ihr
möglicherweise langes Leben in der Gefangenschaft des Dresden Zoo und
des Thüringischen Zooparks Erfurt fristen zu müssen, argumentieren
die Tierschützer. Zudem würde sich Deutschland nach ihrer Meinung
international blamieren, wenn Zootiere in Deutschland geduldet
würden, die nach wiederholt bestätigter Rechtsauffassung des
Umweltministeriums selbst unter Verletzung von Vorschriften des
Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) nach Deutschland gelangt
seien. Bevor der endgültige Verbleib der Elefanten zur Diskussion
stehe, müsse das Ministerium jedoch die Widersprüche der beiden Zoos
gegen die im Dezember 1998 erfolgte Aufhebung der
Einfuhrgenehmigungen für die vier Tiere zurückweisen, und seine
Rechtsauffassung vor den Verwaltungsgerichten durchfechten. Dagegen
sträube sich das BMU seit zwei Jahren, klagen die Vertreter der
Verbände. Am Freitag solle eine Entscheidung fallen.
    
    Martin Hutter, Sprecher der Initiative, befürchtet, dass das BMU
aus Angst vor der Zoo-Lobby auf eine gerichtliche Klärung der
dubiosen Vorgänge um die Einfuhr der Tiere verzichten möchte. Als
Vorwand, so Hutter, dienten möglicherweise zwei eigens angeforderte
juristische Gutachten, die anscheinend ein hohes Prozessrisiko
prognostizierten. Der genaue Inhalt der Gutachten sei den
Tierschützern nicht bekannt, da das Ministerium die Einsicht
verweigert habe - ein Verhalten, das schlecht zu einem bündnisgrün
geführten Ministerium passe, meint Hutter.
    
    Die Verbände wollen zumindest erreichen, dass das BMU abwartet,
bis der in Südafrika anhängige Strafprozess gegen den
Elefantenhändler wegen eklatanter Verstöße gegen das dortige
Tierschutzgesetz abgeschlossen ist. Auch der Dachverband Deutscher
Naturschutzring e.V. unterstützt diese Forderung ausdrücklich. Dieser
Prozess soll am 19. Februar beginnen. Es sei höchst merkwürdig, so
Hutter, dass drei Wochen vor diesem Termin "hastig" eine Entscheidung
über das Schicksal der vier Elefanten gefällt werden soll, nachdem
das BMU zwei Jahre lang immer wieder verkündet habe, man warte
dringend auf eine Gerichtsentscheidung in Südafrika, um tätig werden
zu können. Hutter: "Nach den im September 1998 aufgenommenen
Videofilmen über die üblen Zustände bei dem Tierhändler, und
angesichts der vielen Zeugenaussagen gegen ihn, bleiben wenig
Zweifel, dass es zu einer Verurteilung kommen wird." Das sei
ausschlaggebend, sagen die Tierschützer, denn damit würde die
Rechtsauffassung des BMU im Hinblick auf das fragliche
Verwaltungsgerichtsverfahren in Deutschland gestärkt. Hutter: "Es
wäre eine Schande, wenn Trittin ausgerechnet jetzt klein beigeben
würde."
    
    Hinweis: Im Dezember 2000 hat die Fraktion der PDS eine Kleine
Anfrage zum Thema im Deutschen Bundestag eingebracht
(Bundestagsdrucksache 14/5049), deren Beantwortung seitens des BMU
auf den 2. Februar 2001 verschoben worden ist.
    
    
    agentur wildtierschutz (Kunow)
    Care for the Wild Deutschland e.V. (Stuttgart)
    Greenpeace Deutschland e.V. (Hamburg)
    PETA Deutschland e.V. (Stuttgart)
    Pro Wildlife e.V. (München)
    Vier Pfoten e.V. (Hamburg)
    
    
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