Wettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen"

Dabei sein ist alles - aber was kommt danach?

Berlin (ots) - Für einige deutsche Topathleten sind die Olympischen Spiele in Rio das Ende ihrer aktiven Karriere - wie es danach weitergeht, ist vielen noch unklar. Denn der Einstieg ins Berufsleben ist für Leistungssportler nicht immer einfach. Hier hilft die Initiative "Sprungbrett Zukunft" der Deutschen Sporthilfe, die kürzlich zum "Ausgezeichneten Ort im Land der Ideen" gekürt wurde.

15 Jahre hat die deutsche Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler ihr Leben dem Leistungssport gewidmet: Mit den Olympischen Spielen in Rio setzt sie ihrer Karriere einen gebührenden Schlusspunkt - und wird künftig bei der Bundespolizei arbeiten und Jura studieren. Nicht jeder Profisportler hat so konkrete Pläne. Denn der Start in die zweite Karriere gestaltet sich für ehemalige Topathleten oft schwierig. "Leistungssport kostet Zeit und Energie. Als Grund für Lücken im Lebenslauf wird er später von potenziellen Arbeitgebern aber oft nicht anerkannt", sagt Florian Dubbel von der Deutschen Sporthilfe. Er ist Projektleiter der Initiative "Sprungbrett Zukunft", die Sportler schon während ihrer aktiven Zeit auf einen späteren Berufseinstieg vorbereitet.

Die Sporthilfe kooperiert mit unterschiedlichen Unternehmen, vom DAX-Konzern bis zur kleinen Werbeagentur, um Athleten frühzeitig auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Diese Zusammenarbeit wurde kürzlich von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" und der Deutschen Bank ausgezeichnet. "Von dem Programm profitieren beide Seiten - nicht nur die Sportler. Denn wer einen Blick auf den Trainingsplan eines Olympiateilnehmers wirft, sieht sofort, dass Disziplin und Zielstrebigkeit für diese Menschen selbstverständlich sind", sagt Florian Dubbel. "Zudem lernen Spitzensportler früh, Niederlagen wegzustecken und sich davon nicht entmutigen zu lassen. Das sind Eigenschaften, die auch auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind."

Blick hinter den Lebenslauf

Trotzdem haben es ehemalige Spitzensportler oft schwer, beruflich Fuß zu fassen. Denn wer jahrelang täglich mehrere Stunden trainiert, hat wenig Zeit für Studium und Praktika. "Sportler haben bei der Jobsuche oft Nachteile, weil sie weniger Berufserfahrung, schlechtere Noten oder längere Studienzeiten als andere Bewerber haben", sagt Dubbel. Deswegen setzt sich die Initiative auch dafür ein, dass es für ehemalige Athleten eigene Ansprechpartner in Unternehmen gibt. Diese kennen die besonderen Voraussetzungen der Sportler und sorgen dafür, dass sie nicht frühzeitig als Kandidaten ausscheiden - etwa, weil sie länger für ihr Studium gebraucht haben als andere.

Manager meets Olympiasieger

Neben Kurzzeitpraktika, die besser in den Trainingsplan der Sportler passen, bietet "Sprungbrett Zukunft" auch ein Mentoren-Programm an. Dabei werden Zweier-Teams aus Topathleten und Managern unterschiedlicher Branchen gebildet. Diese lassen die Sportler von ihrer beruflichen Erfahrung und ihrem Netzwerk profitieren. "Wir haben schon mehr als 130 solcher Teams gematcht - und sehr viel positive Rückmeldung bekommen", sagt Dubbel. "Für viele Manager war es aber überraschend, dass es schwieriger war, einen freien Termin im Kalender der Sportler zu finden als in ihrem eigenen."

Ein Interview mit Florian Dubbel von der Deutschen Sporthilfe finden Sie hier: http://ots.de/RjGNK

Über Deutschlands Innovationswettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen"

"NachbarschafftInnovation - Gemeinschaft als Erfolgsmodell": Unter diesem Motto steht der Wettbewerb 2016. Die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" und die Deutsche Bank würdigen bundesweit die 100 besten Projekte, die den Mehrwert und das Potenzial gemeinschaftlichen Handelns für die Gesellschaft aufzeigen, ob in Nachbarschaftsinitiativen, Unternehmenskooperationen oder wissenschaftlichen Netzwerken. Mehr Infos zu den diesjährigen Preisträgern und zum Wettbewerb auf www.ausgezeichnete-orte.de

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