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Modellanlage geht in Betrieb - Marktmodell gesucht
Thüga-Gruppe nimmt Power-to-Gas-Anlage offiziell in Betrieb - Zukunft Erdgas fordert ein Marktmodell für Speicherung von Ökostrom im Erdgas-Netz

Frankfurt am Main / Berlin (ots) - Die Thüga-Gruppe hat am heutigen Mittwoch, 7. Mai, ihre Power-to-Gas-Demonstrationsanlage in Frankfurt am Main offiziell in Betrieb genommen. Zukunft Erdgas begrüßt diesen Schritt: "Mit der Demonstrationsanlage ist die Einbindung der Zukunftstechnologie Power-to-Gas in die Energielandschaft eindrucksvoll gelungen", so Dr. Timm Kehler, Sprecher des Vorstands von Zukunft Erdgas. "Der Betrieb von solchen Anlagen, die darauf abzielen überschüssigen Ökostrom zu speichern, muss wirtschaftlich werden. Hierfür brauchen wir ein schlüssiges Marktmodell - die Politik ist gefordert dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen."

"Power-to-Gas ist technisch machbar und lässt sich - das zeigt die Anlage der Thüga - auch praktisch in die Energielandschaft einbinden. Was wir jetzt brauchen sind Rahmenbedingungen, die einen wirtschaftlichen Betrieb solcher Anlagen ermöglichen", urteilt Kehler. Wasserstoff aus regenerativem Strom gilt bisher nicht generell als erneuerbare Energie. Darüber hinaus fehlen generell Rahmenbedingungen für den wirtschaftlichen Betrieb von Energiespeichern und die damit verbundenen Dienstleistungen. Kehler: "Wasserstoff - ob in Reinform oder mittels Methanisierung zu synthetischem Erdgas veredelt - muss als regenerative, CO2-neutrale Energie für Wärme, Strom und Verkehr anerkannt und so bewertet werden, dass sich der Betrieb von Power-to-Gas-Anlagen rechnen kann." Als Stimme der deutschen Erdgaswirtschaft unterstützt Zukunft Erdgas daher auch die Forderung der Thüga nach einer Anschubfinanzierung, "wie sie auch Biomasse, Photovoltaik und Windkraft erfahren haben", so Kehler.

Eine zentrale Herausforderung der Energiewende im Stromsektor ist die schwankende Erzeugung von Ökostrom. Wenn der Wind weht und die Sonne scheint wird vorübergehend deutlich mehr Strom erzeugt als gebraucht wird. Die Demonstrationsanlage der Thüga springt in solchen Phasen an und wandelt überschüssigen Strom in Wasserstoff um, der ins Erdgas-Netz eingespeist wird. Dort kann die Energie gespeichert werden. Das Erdgas-Netz verfügt schon heute über die Kapazitäten, diese zusätzliche Energie vollständig aufzunehmen und zu speichern.

An dem Projekt unter Koordination der Thüga sind insgesamt 13 Energieunternehmen aus verschiedenen Bundesländern beteiligt. Die Anlage nutzt überschüssig produzierten Strom, um per Elektrolyse Wasserstoff zu erzeugen. Dieser wird im öffentlichen Erdgas-Versorgungsnetz gespeichert und steht für alle Gasanwendungen zur Verfügung. Die Anlage kann pro Stunde 60 Kubikmeter Wasserstoff erzeugen und - gemäß der Beimischungsquote von zwei Prozent - 3.000 Kubikmeter mit Wasserstoff angereichertes Erdgas ins Netz speisen. "Ökostrom zu produzieren, den wir dann nicht nutzen, ist nicht nachhaltig. Speicher werden daher zukünftig notwendiger Bestandteil der Energiewende im Strommarkt und das Erdgas-Netz ist der größte Energiespeicher, den wir in Deutschland haben", so Kehler.

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