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Brexit: Anzahl der Europäer, die nach Jobs in Großbritannien suchen, fällt nochmal deutlich unter das Nach-Brexit-Niveau

- Die Zahl der Europäer, die online einen Job in Großbritannien suchen, ist seit Januar 2017 um 18 Prozent zurückgegangen.

- Dies ist der steilste Rückgang seit dem Brexit-Referendum im Juni 2016. Die Anzahl der Stellensuchen liegt nochmal 11 Prozent unter dem Niveau nach dem Referendum

- Die britische Wirtschaft ist stark auf europäische Mitarbeiter angewiesen. Eine Million (44,3 Prozent) der seit 2008 neu geschaffenen Arbeitsplätze in Großbritannien wurde durch EU-Arbeitnehmer besetzt.

27. März 2017 - Die Lust der EU-Bürger, in Großbritannien zu arbeiten, kühlt sich nach neuen Daten der weltweiten Jobseite Indeed dramatisch ab. Seit Beginn des Jahres 2017 ist die Zahl der Personen aus EU-Ländern, die online nach Jobs in Großbritannien suchen um 18 Prozent gesunken. Dies ist der stärkste Rückgang seitdem das Vereinigte Königreich im vergangenen Juni für den Brexit gestimmt hat. Und der Wert der Jobsuchen liegt noch einmal 11 Prozent unter dem Tief direkt nach dem Referendum.

Im gleichen Zeitraum nehmen die Suchen aus Großbritannien nach Jobs in anderen europäischen Ländern zu.

Wie die Grafik zeigt, sank die Zahl der Europäer auf der Suche nach Jobs in Großbritannien im Zuge des Referendums und erneut nach der "Hard Brexit"-Ankündigung Anfang Oktober. Aber der Rückgang Anfang 2017 ist stärker und länger als bei früheren Rückgängen.

Mariano Mamertino, EMEA-Wirtschaftswissenschaftler bei Indeed, kommentiert: "Wir sehen aktuell einen schärferen und längeren Rückgang des Interesses an Jobs im Vereinigten Königreich als in den Schockmomenten im Jahr des Referendums. Je mehr der Brexit Realität wird, umso stärker wird die Belastung für den starken, aber gleichzeitig angespannten britischen Arbeitsmarkt."

"Was auch immer geschieht, ein britischer Arbeitsmarkt mit weniger EU-Arbeitnehmern wird mit einer Reihe komplexer Fragen konfrontiert, die schnell gelöst werden müssen, um große Störungen zu vermeiden."

Eine Analyse der offiziellen Wirtschaftsdaten zeigt, wie abhängig das Vereinigte Königreich von EU-Arbeitnehmer ist. Eine Million Arbeitsplätze (44,3 Prozent aller neuen Arbeitsplätze), die in Großbritannien seit 2008 geschaffen wurden, werden von Personen besetzt, die in einem anderen EU-Land geboren wurden.

Die Abhängigkeit ist im Produktions- und Gastronomiesektor am deutlichsten. Hier arbeiten ein Viertel (26 Prozent) aller im Vereinigten Königreich beschäftigten EU-Staatsangehörigen.

Mamertino ergänzt: "Das starke Vertrauen auf Arbeitskräfte aus Europa könnte ein ernsthaftes Problem werden, wenn der Brexit den Zufluss unterbricht. Die Lust der Europäer lässt bereits spürbar nach. Wenn ein Nicht-EU-Großbritannien gesetzliche Barrieren für EU-Arbeitskräfte schafft oder die britische Wirtschaft im Zuge von Brexit plötzlich einbricht, werden europäische Arbeitsuchende anderswo nach Jobs suchen."

"Die Arbeitslosigkeit in Großbritannien ist bereits seit vier Jahrzehnten auf niedrigstem Niveau. Mit einem schrumpfenden Pool an Talenten aus anderen Ländern wächst für viele Arbeitgeber der Wettbewerb um Arbeitskräfte ganz extrem."

"Schon bei freiem Zugang zu EU-Arbeitnehmern ist die Lage am britischen Arbeitsmarkt sehr angespannt. Kommt der Brexit, steht er vor der Zerreißprobe. Da die Brexit-Verhandlungen mit der Auslösung von Artikel 50 ernsthaft anfangen, könnten die Aufgaben für den britischen Arbeitsmarkt und damit die Gesamtwirtschaft nicht höher sein."

Original-Content von: Indeed Deutschland GmbH, übermittelt durch news aktuell

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