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Frankfurter Rundschau: Pressestimme zu Thüringen

Frankfurt (ots) - Die Frankfurter Rundschau kommentiert die bevorstehende rot-rot-grüne Koalition in Thüringen:

25 Jahre nach dem Mauerfall soll zum ersten Mal ein Politiker aus der Nachfolgepartei der SED zum Ministerpräsidenten eines Bundeslandes werden, eines ostdeutschen noch dazu. Das ist das Unerhörte für einstige Kämpfer gegen die SED. Das ist aber auch das Unerhörte für die ganze SPD: sich als Juniorpartner der feindlichen Bruderpartei anzuschließen. Es ist aber zugleich auch ein gutes Signal. Es zeigt, wie weit das Land vorangekommen ist auf dem Weg zur Normalität. Gewiss birgt das Thüringer Experiment auch Gefahren. Die Einstimmen-Mehrheit kann die Koalition zusammenschmieden, sie schafft aber auch ein latentes Erpressungspotenzial für interne Kritiker. Gelingt es, kann es Voraussetzungen für die Zusammenarbeit an anderer Stelle schaffen. Zerbricht es, werden alle rot-rot-grünen Fantasien für lange Zeit zerstoben sein.

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