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Schwäbische Zeitung: Im Schatten Kretschmanns - Leitartikel zu Wahlumfragen

Ravensburg (ots) - Winfried Kretschmann sonnt sich weiterhin in besten Umfragewerten und führt als personalisierte Regierungsverantwortung seine Grünen trotz Flüchtlingskrise von Umfragerekord zu Umfragerekord. Dennoch wird eine zweite Amtszeit des beliebten Laizers immer unwahrscheinlicher.

Die neueste Wahlumfrage zementiert einen Trend, der sich seit Wochen abzeichnet: Sowohl die grün-rote Landesregierung als auch das Wunschbündnis von CDU und FDP entfernen sich mit dem Erstarken der AfD von Umfrage zu Umfrage weiter von einer eigenen Mehrheit. Und das, obwohl die Demoskopen keine Wechselstimmung im Land erkennen können. Da alle vier Landtagsparteien eine Zusammenarbeit mit der AfD bisher kategorisch ausschließen, bleiben rechnerisch nur noch drei Konstellationen übrig: Unwahrscheinlich bleibt die aus inhaltlichen Gründen schwer vorstellbare Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP. Immer wahrscheinlicher wird indes eine CDU-geführte Regierung - wahlweise mit vor Selbstbewusstsein strotzenden Grünen oder mit einer schwer gerupften SPD als Juniorpartner.

Den Namen "Große Koalition" würde ein Bündnis aus Schwarzen und Roten nicht mehr verdienen: Zusammen können beide Parteien derzeit nur noch jeden zweiten Wähler im Südwesten hinter sich scharen, Tendenz fallend. Unter ihrem Spitzenkandidaten Guido Wolf rangiert die Südwest-CDU verlässlich weit hinter dem für die Partei traumatischen Wahlergebnis von 2011. Unterdessen verliert die SPD von Vize-Regierungschef Nils Schmid im Schatten Kretschmanns dramatisch. Die einst als Koalition auf Augenhöhe gestartete Regierung entwickelt sich für die Sozialdemokraten immer mehr zum Fluch: Schmid und seine Ministerriege können in der Regierung einfach nicht punkten.

Wolf und Schmid haben noch zwei Monate, um sich aus Kretschmanns Schatten zu lösen. Gelingt ihnen das nicht, stehen beiden Kandidaten nach der Wahl schwere Zeiten bevor, selbst wenn es zum glanzlosen Regieren reichen sollte.

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