Schwäbische Zeitung

Schwäbische Zeitung: Kommentar zu Übergriffen an Silvester: Differenzierung gilt für alle

Ravensburg (ots) - Nach den Übergriffen an Silvester kommt es in der Flüchtlingsdebatte mehr denn je nicht auf Schärfe, sondern auf Differenzierung an. Gerade Hinweise, dass unter den enthemmten Männern von Köln offenbar doch Flüchtlinge waren, verpflichten dazu, diesen Mob in der Diskussion von der großen Mehrzahl der friedlichen Menschen zu trennen, die in diesem Land Schutz suchen.

Unerträglich ist es aber auch, wenn Menschen, die angesichts des Chaos in der Flüchtlingskrise Sorgen äußern und an der Politik der Kanzlerin zweifeln, mit ordinären Facebook-Hetzern und AfD-Rechtsaußen in einen Topf geworfen werden. Auch so entsteht kein Zusammenhalt. Der Zweifel ist in freien Ländern eine Tugend, und wer Differenzierung für die eine Seite einfordert, muss sie auch der anderen Seite zukommen lassen.

Was es braucht, ist eine Debatte darüber, wie das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen in diesem Land ausgestaltet werden soll. Dabei muss es auch um die hiesigen Werte gehen. Jeder, der hier bleiben will, muss sie akzeptieren - das Grundgesetz gilt, fertig. Innerhalb dieses Rahmens darf jeder nach seinem Glück streben. Der Diskurs darf nicht weiter an Schärfe - und womöglich auch an Gewalt - gewinnen. Er muss vielmehr endlich versachlicht werden.

Pressekontakt:

Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Original-Content von: Schwäbische Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Schwäbische Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: