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Schwäbische Zeitung: "Beginn eines Versuchs" - Kommentar zu Syrien

Ravensburg (ots) - Es gehört zur Lösung von Konflikten dazu, auch mit jenen zu reden, die ihn begonnen haben. Mit Syriens Präsident Baschar al-Assad haben UN-Gesandte seit Beginn des Bürgerkriegs vor fast fünf Jahren oft gesprochen. Herausgekommen ist dabei nichts.

Dass westliche Regierungen den jungen syrischen Staatschef daraufhin als Gesprächspartner kategorisch ausschlossen, hat den Bürgerkrieg verlängert und die Zahl der Flüchtlinge dramatisch erhöht. Die einhellige Verdammung Assads und die Forderung nach seinem Rücktritt kaschierten aber nur das Unvermögen, eine Lösung herbeizuführen. Der hilflose und ängstliche Diktator muss sein Gesicht wahren können, er braucht Sicherheitsgarantien für sich und seine alawitische Minderheit.

Wenn die Bundeskanzlerin ihn nun gerne am Verhandlungstisch hätte, ist das ein Anfang. Solange die Empörten keine Alternativen präsentieren, mögen sie schweigen und weiter nachdenken. Auch wenn Merkels Idee ähnlich unkoordiniert wirkt wie der Beschluss zur Aufnahme von Flüchtlingen vor drei Wochen, ist dies der Beginn eines Versuchs, die Ausweglosigkeit zu beenden. Das ist schon viel mehr als die Sprachlosigkeit der vergangenen Monate.

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