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Schwäbische Zeitung: Gemeinsam gegen den Flächenfraß - Leitartikel zum Flächenfraß

Ravensburg (ots) - Die jüngsten Erfolgsmeldungen über einen Rückgang des Flächenfraßes täuschen: Weder die grün-rote Landesregierung noch die wechselnden Bundesregierungen haben den Landschaftsverlust in den vergangenen Jahren aufhalten können. Es geht eben aktuell ein bisschen langsamer. Doch die selbst gesteckten Fernziele sind nicht wesentlich näher gerückt. Im aktuellen Jahr des Bodens wird unser Boden knapp. An die einstmals von Ministerpräsident Günther Oettinger ausgegebene "Nettonull" beim Flächenfraß glaubt inzwischen eh keiner mehr. Denn ein wirtschaftlich starkes Land (ver)braucht einfach Platz: für Gewerbe, für Wohnungen, für Infrastruktur. Versiegelung und Verdichtung lässt sich nicht aufhalten. Sie lässt sich aber steuern.

Wer bei dem Ruf nach Steuerung aber ausschließlich nach Stuttgart, München oder gar Berlin blickt, liegt falsch. Die große Politik kann und muss sensibilisieren, Vorgaben machen, Rahmen setzen und Anreize geben. Doch die Vision, wie die eigene Region künftig aussehen soll, können am besten die Menschen vor Ort selbst entwickeln.

Das entbindet sie aber keineswegs vom Blick über den Tellerrand der Gemarkungsgrenze. Im Gegenteil: Oft haben Eifersüchteleien zwischen Kommunen in den vergangenen Jahren zum nachbarschaftlichen Wettrüsten um Arbeits- und Bauplätze geführt, an dessen Ende verödete Dorfkerne und halbleere Gewerbegebiete standen. Man kann so etwas vermeiden, indem man die große Politik nach Regeln fragt. Die liefert gerne dicke Regelwerke und Plausibilitätsprüfungsleitlinien. Nur sind die nicht immer zum Wohle der Betroffenen.

Man kann so etwas aber auch lösen, indem man sich mit den Nachbargemeinden zusammensetzt. Indem man zusammen nachdenkt, wo man Unternehmen ansiedelt, Wohnraum schafft, Schulen erhält - und wo man lebenswerte Landschaft will.

Mit Kreativität, Dialog und gesundem Menschenverstand lässt sich das schaffen, was über Parteigrenzen hinweg schon längst Konsens ist: Flächen so gut wie möglich zu erhalten.

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