Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (1) International gesuchter Räuber nach 2½-jähriger Flucht in Amsterdam gefasst

      Nürnberg (ots) - Am 15.03.1998 wurde ein 30-jähriger
Textilhändler in seinen Geschäftsräumen in Nürnberg von zunächst
unbekannten Tätern überfallen. Unter Vorhalt einer Schusswaffe
erbeuteten die beiden Südländer 200.000 DM. Sie konnten
identifiziert und jetzt festgenommen werden.

    Im Januar 1998 kam der Geschäftsmann erstmals mit der Tätergruppierung in Kontakt. Ein Vertreter, der angeblich in Amsterdam ansässigen Organisation, besuchte ihn in seinen Geschäftsräumen im Nürnberger Stadtteil Gostenhof. Dem arglosen Opfer wurden T-Shirts u. ä. zu Dumpingpreisen angeboten, die angeblich aus dem Freihafen von Rotterdam stammen würden. Der türkische Händler witterte ein ertragreiches Geschäft, weil die angebotene Ware weit unter dem Einkaufspreis feil geboten wurde. Einige Zeit später kam es dann in einem Nürnberger Hotel zur Präsentation von Teilen der Kollektion. Da die Qualität gut war, wurde man sich handelseinig. Die Übergabe der Ware war für den 08.03.1998 in Amsterdam geplant. Wegen angeblicher Lieferschwierigkeiten wurde der Termin hinausgeschoben und schließlich für den 15.03.1998 nach Nürnberg verlegt.

    An jenem Sonntagmittag tauchten dann die beiden Täter vor dem Laden des Händlers auf und unter dem Vorwand, dass die Ware wenige Minuten später mit einem Lkw geliefert werde, verschafften sie sich Zutritt zum Büroraum ihres Opfers. Dort erzwangen sie unter Vorhalt von Pistolen die Herausgabe der vereinbarten 200.000 DM. Mit einem Pkw mit niederländischem Kennzeichen flüchteten sie.

    Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen führten nach kurzer Zeit zu dem Ergebnis, dass der Nürnberger Kaufmann einer international agierenden Tätergruppe zum Opfer fiel. Es konnte festgestellt werden, dass die Firmenanschrift in Amsterdam nicht existent ist und die angegebenen Telefonanschlüsse bereits abgeklemmt waren. Polizeiintern konnten schließlich Jugoslawen als die Täter ermittelt werden, die von den Niederlanden aus operierten. Der Haupttäter nannte sich dort «Bruno».

    In Zusammenarbeit mit der niederländischen Polizei gelang es nun «Bruno» festzunehmen. Es handelt sich dabei um den 36-jährigen Jugoslawen Zoran M., der seitdem in Auslieferungshaft sitzt.

    «Bruno» war mit zahlreichen Aliaspersonalien aufgetreten. Dieser Umstand führte im Sommer 1999 zur kurzfristigen Festsetzung eines in den Niederlanden wohnhaften Mannes, dessen Personalien sich der mutmaßliche Täter angeeignet hatte. Nach kurzer Zeit konnte der unbescholtene Mann die Verwechslung aufklären und die Suche nach dem nun Verhafteten musste von vorn begonnen werden.

ots-Originaltext: Pressestelle Polizeipräsidium Mittelfranken

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