Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (3) Menschenhandel mit Thailänderinnen

      Nürnberg (ots) - Wie sich nach langwierigen Ermittlungen
der Nürnberger Kriminalpolizei herausstellte, schleuste ein
deutsch-thailändisches Ehepaar aus dem Landkreis Fürth mit
gefälschten Papieren seit 1997 über 170 Thailänderinnen mit
Besuchervisa in die Bundesrepublik ein. Durch Zeitungsannoncen
wurden die Frauen an heiratswillige deutsche Männer vermittelt.

    Die Vermittlungsdienste ließen sich der 61-jährige Deutsche und seine 43-jährige thailändische Ehefrau sowohl von den Thailänderinnen als auch von den heiratswilligen deutschen Männern bezahlen. Die Frauen zahlten für ihre Einladung nach Deutschland pro Person mehr als 3.000 DM, die heiratswilligen Männer für die Vermittlung der Frauen jeweils 2.500 DM. Zusätzlich verlangte das Ehepaar noch 500 bis 700 DM Übersetzungsgebühren von den Männern aus ganz Bayern.

    Um an die begehrten Besuchervisa für die Thailänderinnen zu kommen, hatte der 61-Jährige entsprechende Dokumente wie Verdienstbescheinigungen und Krankenversicherungsnachweise in seiner Computeranlage eingescannt und diese dann gefälscht. Mit den gefälschten Urkunden gelang es ihm dann, Personen zu gewinnen, welche die gefälschten Unterlagen bei den entsprechenden Ausländerämtern vorlegten und so die Thailänderinnen offiziell einladen konnten. Diese Personen erhielten für ihre Freundschaftsdienste ca. 50 DM. Teilweise wurden ihnen kostenlos thailändische Frauen vermittelt.

    Die Frauen wurden zumeist im Kellerraum der Wohnung des Ehepaares untergebracht. In einem Einzelhandelsgeschäft im Landkreis Fürth wurden sie den heiratswilligen Männern zur Auswahl vorgestellt. Bei Gefallen konnten sie direkt von den Männern gegen Zahlung einer Vermittlungsgebühr von 2.500 DM mitgenommen werden.

    Bei einer Durchsuchungs- und Festnahmeaktion der Nürnberger Kriminalpolizei in Franken sowie im nahe gelegenen Hessen gelang es, das Schleuserehepaar und weitere drei Bandenmitglieder im Alter von 45 bis 54 Jahren festzunehmen. Alle Personen wurden dem Haftrichter vorgeführt, welcher Haftbefehle erließ. Vier Thailänderinnen, welche bei der Durchsuchung im Landkreis Fürth ebenfalls festgestellt wurden, wurden aufgefordert, die Bundesrepublik zu verlassen.

    Nach vorläufiger Auswertung der im Rahmen der Durchsuchung sichergestellten Unterlagen steht fest, dass ebenfalls ein 50-jähriger Aschaffenburger zusammen mit seiner Ehefrau durch Fälschungen von Urkunden Thailänderinnen nach Deutschland brachte und versuchte, diese über eine Annonce in einer Frankfurter Zeitung an deutsche Männer zu vermitteln.

    Dem Nürnberger Ehepaar und seinen Helfern wird vorgeworfen, gewerbs- und bandenmäßig durch Urkundenfälschung und falscher Angaben zur Erlangung von Aufenthaltserlaubnissen mehr als 170 Thailänderinnen eingeschleust und ohne Genehmigung vermittelt zu haben. Unter anderem wurden auch Ermittlungsverfahren wegen Betrugs und Nötigung eingeleitet.

    Die Auswertung der sichergestellten Unterlagen sowie der fünf Computeranlagen wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Ermittlungen dauern an.

ots-Originaltext: Pressestelle Polizeipräsidium Mittelfranken

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