Polizeipräsidium Frankfurt am Main

POL-F: 070921 - 1110 Autobahn A3: Kupplungspedal mit Stock bis zum Bauch "verlängert" - Unfall

Zu Pol.-Bericht v. 21.09.2007, Nr. 1110

    Frankfurt (ots) - Improvisationstalent - grundsätzlich eine positive Eigenschaft für den, der darüber verfügt. Versetzt sie ihn doch in so mancher misslichen Situation in die Lage, zumindest vorübergehend erfolgreich Schadensbegrenzung betreiben zu können.

    Man sollte diese Gabe allerdings nicht überstrapazieren. Dann kann's schief gehen.

    Genau wie im Falle des 28-jährigen Rumänen, der am vergangenen Donnerstag gegen 18.40 Uhr mit seinem Peugeot über die Autobahn  A 3 in Richtung Würzburg rollte.

    Aus zunächst nicht bekannten Gründen fuhr der Mann in Höhe des Flughafens plötzlich auf einen LKW auf, der wegen eines Rückstaues bremsen musste.

    Beim Blick ins Fahrzeuginnere kam dann für die den Unfall aufnehmenden Beamten der Autobahnpolizei Frankfurt schon Licht in die Sache.

    Der Rumäne, wegen einer Beinamputation schwer behindert, konnte zwar beim Autofahren mit seinem rechten Fuß Gas und Bremse bedienen. Ein Niedertreten der Kupplung war für ihn allerdings in Ermangelung des linken Beines nicht möglich. Trotzdem war er aber in einem Wagen mit normalem Schaltgetriebe unterwegs. Ganz offensichtlich nach dem Motto "Man kann ja Treten durch Drücken ersetzen" hatte er daher einen kräftigen Holzstock am Kupplungspedal festgebunden und sich auf diese Weise in die Lage versetzt, das Pedal beim Gangwechsel mit der linken Hand niederzudrücken. Mit der rechten Hand bewegte er beim Gangwechsel gleichzeitig den Schalthebel mit der Folge, dass er zum Lenken des Fahrzeuges eigentlich über eine dritte Hand hätte verfügen müssen. Beim schnellen Abbau der Fahrgeschwindigkeit mit Bremsen, Runterschalten, Kupplung bedienen und Spur halten muss er dann überfordert gewesen sein und prallte auf das Heck des vor ihm fahrenden Lastwagens. Dabei hatte der junge Mann noch Glück im Unglück. Denn bei dem Unfall entstand nur geringer Sachschaden an den beteiligten Fahrzeugen (700,-Euro am Pkw, 1500,-Euro am LKW). Unrechtsbewusstsein war beim Unfallverursacher offenbar noch nicht einmal ansatzweise vorhanden, denn mit treuherziger Miene erzählte er den ungläubig dreinschauenden Beamten, dass es in seinem Geburtsland Rumänien "vollkommen unproblematisch" sei, "so" zu fahren.

    Diese Auffassung wurde von den Beamten nicht geteilt. Und so stellten sie auch gleich am Unfallort den Führerschein des Mannes sicher, da er offensichtlich nicht in der Lage war, ein Kraftfahrzeug sicher zu führen.

    Ein Foto der bemerkenswerten Eigenkonstruktion ist dem Polizeibericht beigefügt.

    (Manfred Feist / 755-82117)


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