Landeskriminalamt Schleswig-Holstein

LKA-SH: Drogenhändlerring zerschlagen

Das verwendete Schmuggelfahrzeug mit dem umgebauten Gastank als Versteck

    Kiel (ots) - Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein (LKA) hat in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Kiel (StA) einen Ring von Drogenhändlern zerschlagen, der zumindest seit mehreren Monaten große Mengen Haschisch und Marihuana nach Schleswig-Holstein geschmuggelt und hier verkauft hat. Die Polizei geht derzeit von einer Rauschgiftmenge von mindestens rund 500 kg aus. Fünf Täter befinden sich in Untersuchungshaft, gegen weitere Tatverdächtige wird ermittelt.

    Auf die Spur der Tätergruppe waren LKA und StA durch Ermittlungen der GER (Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Polizei / Zoll) der Bezirkskriminalinspektion Kiel gebracht worden, die bei ihrer Arbeit in einem anderen Strafverfahren Hinweise auf die Geschäfte eines 31 Jahre alten Arbeitslosen aus Klausdorf/Schwentine und seines 32 – jährigen Bruders erhalten hatten. In mehrmonatigen Ermittlungen gelang es LKA und StA, Klarheit über die Struktur des Händlerrings zu gewinnen: Das Rauschgift erhielten die Täter überwiegend von Lieferanten aus Holland, die in regelmäßigen Abständen nach Kiel kamen und in speziell präparierten Fahrzeugen jedes Mal mehrere Kilogramm Haschisch und Marihuana schmuggelten. Das Rauschgift wurde an vorher verabredeten Plätzen einem 49-jährigen Kieler übergeben, dessen Aufgabe darin bestand, es in verschiedenen Verstecken zu deponieren, unter anderem auf dem Gelände eines Gutshofs im Kreis Plön. Aus den Verstecken nahmen die Täter dann in der Folgezeit jeweils soviel Rauschgift heraus, wie sie für den Weiterverkauf an zahlreiche Abnehmer benötigten.

    Anfang Dezember konnten die Fahnder des LKA einen solchen Transport aus Holland nach Schleswig-Holstein beobachten. Mit der Hilfe der Gemeinsamen Fahndungsgruppe Autobahn von Polizei, Bundesgrenzschutz und Zoll (GFA) gelang es, zwei Rauschgiftkuriere in Groß Buchwald zu kontrollieren, die von dem holländischen Lieferanten geschickt worden waren. Dabei entdeckten die Beamten, dass das Fahrzeug der beiden Niederländer einen präparierten Gastank hat, in dem ca. 7 kg Marihunana und 0,5 kg Haschisch versteckt waren. Die Kuriere wurden festgenommen, das Fahrzeug und das Rauschgift sichergestellt. Einer der beiden Männer, ein 53-jähriger Niederländer, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel in Untersuchungshaft genommen.

    Der Klausdorfer und sein in Spanien lebender älterer Bruder organisierten einen Transport aus Alicante, bei dem die Drogen in einer legalen Wagenladung Fliesen versteckt werden sollten. Dazu liehen sie sich einen Sattelschlepper, mit dem der 49-jährige über Weihnachten von Kiel aus nach Spanien fuhr. Mit der Hilfe von Europol stellten die Beamten des LKA Verbindung zu ihren ausländischen Kollegen her, so dass es letztlich gelang, kurz vor Silvester den LKW unmittelbar hinter der spanisch-französischen Grenze zu stoppen. In der Ladung Fliesen versteckt wurden insgesamt rund 320 kg Haschisch sichergestellt. Der Kieler Fahrer wurde verhaftet.

    Daraufhin erwirkte die Staatsanwaltschaft Kiel Haftbefehle gegen den Klausdorfer, seinen Bruder in Spanien und den Mittäter aus dem Kreis Plön, die gemeinsam als Haupttäter angesehen werden.

    Die Haftbefehle konnten mit Hilfe des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) und des Spezialeinsatzkommandos (SEK) am 4.1.2004 vollstreckt werden. Die Tatverdächtigen befinden sich mittlerweile in Untersuchungshaft.

    Die Ermittlungen des LKA und der StA konzentrieren sich jetzt auf die Rekonstruktion weiterer Schmuggelfahrten aus Spanien und Holland sowie auf die zahlreichen Abnehmer, die von den Tätern in den letzten Monaten beliefert worden sind.


ots-Originaltext: Landeskriminalamt Schleswig-Holstein

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