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"Shopping Windows": Netzkunst nach dem Zeitalter des E-Commerce/TELEPOLIS präsentiert Kunst im World Wide Web

Hannover/München (ots)

TELEPOLIS, das Magazin der Netzkultur, im
Internet unter www.telepolis.de erreichbar, zeigt anlässlich seines
fünfjährigen Bestehens eine zweiteilige fortlaufende Ausstellung mit
exklusiv für TELEPOLIS in Auftrag gegebenen Arbeiten von
Netzkünstlern.
Die Ausstelllung mit dem Titel "Shopping Windows", thematisiert
einen spezifischen Moment in der Entwicklung des Internet - das Ende
seines ersten Höhenflugs, das Platzen der Internetaktienblase und die
Ernüchterung über die "New Economy". Dabei geht es nicht unbedingt um
eine tierisch ernste Analyse derselben: Ironie, Witz und Spieltrieb
stehen im Vordergrund.
Im ersten Teil - "Shopping Windows I" - werden die Arbeiten
<Content=No Cache> von Giselle Beiguelman, "BallPool" von Matthew
Fuller und "Waste_Words Their Weight & Frequency in London's
Municipial Rubbish" von Harwood/Scotoma.org. gezeigt.
Zu sehen ist die Ausstellung in der TELEPOLIS-Rubrik "Netzraum".
Hier finden sich Kurzgeschichten, Romane, die als
Fortsetzungsgeschichten veröffentlicht wurden, Flash- und
Shockwave-Animationen sowie mittlerweile zu den Klassikern der
Webkunst zählende Arbeiten wie "My boyfriend came back from the war"
von Olia Lialina und "A-Maze" von Mathilde MuPe.
"Mit "Shopping Windows" erläutert TELEPOLIS-Redakteur Armin
Medosch, "setzt das ansonsten von Texten geprägte Online-Magazin
weitere Akzente für ein visuell reicheres, vielfältigeres Internet.
Was 1996 mit den frühen Werken der Netzkünstlerinnen Olia Lialina und
Mathilde MuPe begonnen wurde, wird mit "Shopping Windows" fortgeführt
und soll in Zukunft noch stärker ausgebaut werden." Die
Netz-kunstausstellung bietet einen Ort für Zerstreuung und
Reflektion, abseits der üblichen News und anderer zweckgebundener
Aktivitäten im Internet. Teil Zwei der Ausstellung mit drei weitere
Arbeiten veröffentlicht TELEPOLIS im Sommer.
Zu den einzelnen Werken:
Giselle Beiguelman sammelt in ihrem Gästebuch, genannt "The Book
of Errors", Fehlermeldungen aus dem Internet, die ihr von Usern
weltweit zugeschickt werden. Diese verarbeitet sie zu eigenen Seiten,
einem Irrgarten von ästhetisierten Fehlermeldungen.
Matthew Fuller beschreibt in einem kurzen Text eine Person, die in
einer farbigen Weichplastik-Spielstruktur für Kinder gefangen ist.
Durch automatisch generierte Links zwischen ähnlichen Worten verfängt
sich der User in einem Wortlabyrinth, das die Gefangenheit der Figur
in der kurzen Erzählung widerspiegelt.
Harwood bezieht sich auf den Statistik- und Sammelwahn im
Internet. Er hat den Inhalt einer städtischen Londoner Mülltonne
ausgeleert, jedes darin befindliche Objekt gewogen und fotografiert
und alle Beschriftungen der Objekte transskribiert. Nach einer von
ihm aufgestellten Gleichung setzt er die Häufigkeit der auftretenden
Worte zum Gewicht des Abfalls in Beziehung und ermittelt damit die
statistische Häufigkeit und das Gewicht der Worte, die jeden Tag in
London weggeworfen werden.
Wie Harwood in seinem "Handbuch für eine perfekte Kunst"
reflektiert, geht es bei all diesen Arbeiten nicht um Sinn oder
Nutzen, sondern die Freude an der Verschwendung. "Die Kunst ist umso
perfekter, desto mehr Computerressourcen erfolgreich für eine
vollkommen sinnlose Beschäftigung eingesetzt werden." Betrachtet man
diese Aussage mit einem Augenzwinkern, so mag sie nicht nur für die
Kunst zutreffen, sondern auch für manche hochfliegenden
E-Commerce-Träume.
Die Ausstellung "Shopping Windows" ist zu sehen unter:
   http://www.heise.de/tp/deutsch/kunst/nk/shopping/default.html
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Pressekontakt:

Ihr Ansprechpartner für Rückfragen:
Armin Medosch
Redaktion TELEPOLIS
Telefon: 00 44/20/79 23 88 30
Fax: 00 44/20/79 23 88 31
E-Mail: ame@tp.heise.de

Original-Content von: Telepolis, übermittelt durch news aktuell

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