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04.02.2004 – 10:09

DIE ZEIT

Gabriel übt Selbstkritik bei Beraterverträgen

    Hamburg (ots)

Der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident
Sigmar Gabriel (SPD) hat sich selbstkritisch über die Vergabe von
Beraterverträgen während seiner Amtszeit geäußert. "Ich finde, dass
wir auch unsere eigene Vergabepraxis und auch die aktuell in Berlin
einer kritischen Prüfung unterziehen müssen", sagt Gabriel der ZEIT.
Über die Hintergründe der zahlreichen Beratungsprojekte der damaligen
niedersächsischen SPD-geführten Landesregierung macht Gabriel
allerdings keine genauen Angaben: "Die Grundlage dieser oder jener
Ausschreibung entzieht sich meiner Kenntnis." Er sei anfangs schon
überrascht gewesen, welche Summen seine Staatskanzlei den Beratern
zahlte. "Aber Sie kriegen dann die Antwort, das sei marktüblich",
sagt er.
    
    Von 1994 bis 2002 haben die Landesregierungen unter den
Ministerpräsidenten Gerhard Schröder, Gerhard Glogowski und Sigmar
Gabriel 368 Aufträge für 28,285 Millionen Euro an Consultants,
PR-Agenturen, Professoren und Rechtsanwälte vergeben. Mehr als ein
Fünftel dieser Ausgaben floss nach Recherchen der ZEIT in die Kasse
der Beratungsfirma Roland Berger.
    
    Der amtierende Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) kritisiert
die Flut an Gutachten: "Es ist augenfällig, dass sich die
Empfehlungen Roland Bergers in hohem Maße deckten mit den Wünschen
des damals amtierenden Ministerpräsidenten und dass der Regierung
vielfällig Gefallen getan wurden." Wulff weigert sich nun, ein
Resthonorar von 137.000 Euro für ein von Gabriel in Auftrag gegebenes
Gutachten aus dem Jahre 2002 an Berger zu überweisen.
    
    Den kompletten ZEIT-Text (DIE ZEIT Nr. 7, EVT 5. Februar 2004)
    der Meldung stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
    
ots Originaltext: DIE ZEIT
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

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