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Caroline Link: Der Oscar ist eine einsame Angelegenheit

Hamburg (ots) - Oscarpreisträgerin Caroline Link fühlte sich nach der Entgegennahme des berühmtesten Filmpreises der Welt einsam: "Irgendwie ist so ein Erfolg wie eine schöne Reise, die man alleine macht. Und dabei wünscht man sich jemanden, der mit einem das Glück teilt. Aber es ist eine einsame Angelegenheit, trotz aller Jubelperser", sagt sie dem ZEITmagazin LEBEN. Regisseurin Link hatte 2002 den Oscar für ihren Film "Nirgendwo in Afrika" erhalten.

Als ihr Debütfilm "Jenseits der Stille" 1997 für den Preis nominiert war, sei sie zur Verleihung nach Los Angeles gereist. Seitdem bewerte sie den Oscar "realistisch": "Da habe ich eben auch gesehen, wer die Leute sind, die den Auslands-Oscar vergeben. Vor allem sind das ältere Academy-Mitglieder, die sich die untertitelten Filme anschauen. Bei den Vorführungen, bei denen ich dabei war, war das ein ziemlicher Seniorenclub, ab 70 Jahre und aufwärts. Ich will deren Meinung auf keinen Fall abwerten, aber ein bisschen lustig war das schon. Der Oscar mag der schillerndste aller Filmpreise sein, aber ob er wirklich immer die besten Filme auszeichnet, na ja..."

Was ihre Arbeit angeht, schätzt die Regisseurin sich ziemlich pragmatisch ein: "Meine Filme sind einfach und direkt. Die Emotionalität funktioniert ganz gut, glaube ich. Die Figuren erreichen die Leute. Trotzdem müssen meine Filme nicht unbedingt in die Filmgeschichte eingehen. Trotz Oscar. Das meine ich weder besonders kokett noch bescheiden, noch weinerlich. So sehe ich mich."

Caroline Link bezeichnet ihre Arbeitsweise als undemokratisch: "Ich finde, dass eine gewisse Aggression, der Wille, sich selbst darzustellen, und auch Egoismus zum Filme machen dazu gehören. Ich will ganz egoistisch meine Geschichte erzählen. Film ist für mich kein demokratisches Unternehmen. Wenn Du immer erst abstimmst, kann es nicht funktionieren."

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Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 9 vom 21. Februar 2008
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